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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Urgeschichte.

5. Ungefähr sechszehnhundcrt Jahre nach Erschaffung der Welterfuhr die Oberfläche der Erde eine große Umgestaltung, welche auchdas Menschengeschlecht, mit Ausnahme Noah's und seiner Familie, ver-tilgte. Diese Veränderung ist wahrscheinlich eine und dieselbe mit derletzten der von der Geologie nachgewicsenen, und entstand mittelst einerErhebung des Meeresbodens, wodurch die Länder überflutet wurden.Die deutsche Sprache hat der Flut zur Bezeichnung ihrer Allgemeinheitden Namen Sinflut beigelegt, und ihn erst, als der erste Bestandtheildes NamenS unverständlich geworden war, zur Bezeichnung des in der-selben über die sündige Menschheit gekommenen Strafgerichtes umge-bildet. Ihrer Allgemeinheit aber dienen, außer der Geologie, die beiallen Völkern erhaltenen Erinnerungen an dieselbe zur Vertheidignnggegen die Ansicht, welche einst dieses Ereigniß, wie alle von der heiligenSchrift aus der Urzeit überlieferten, einem einzelnen Stamme aneignenwollte. Für die auS der Flut Geretteten wurde das Hochland vonArmenien zum neuen Ausgangspunkte allmäliger Verbreitung über dieErde. Die Nachkommen Sems, Chams und Japhets, unter einanderverschieden in Hinsicht der Treue, womit sie alte Überlieferung undSitte festhielten, gaben den Ländern ihre neue Bevölkerung. Die Se-miten nahmen die Gegenden des Euphrat und Tigris in Besitz undergossen sich von da in Strömen, welche von keinem Lichte der Geschichtebeleuchtet werden, in die ost- und nordwärts gelegenen Länder, so daßin einer unbestimmbaren Zeit .ihre letzten Zweige Amerika erreicht habenmüssen. Den Chamiten fielen südwestlichere und den Japhetitcn nord-westlichere Gegenden zu, und in diesen Richtungen setzten sich ebenfalls,ohne daß die Geschichte ihren Schritten zu folgen vermöchte, ihre Wan-derungen fort, bis der östliche Continent vollends bevölkert war. Vcr-theilung und Vermehrung der Menschen sind in den ersten auf die Flutfolgenden Zeiten und in den dem Ausgangspunkte zunächst gelegenenGegenden ebenso, wie die Gründung der Lebenscinrichtungeu und dieAusbildung der Verschiedenheiten der Stämme, mit einer Schnelligkeitvor sich gegangen, zu welcher die später von der Geschichte beobachtetenähnlichen Veränderungen keinen genügenden Maßstab bieten. Es sindauch diese Zeiten als solche zu betrachten, die im Vergleiche mit späterenbloß fortbildcnden und erhaltenden unverhältnißmäßig fruchtbar an neuenBildungen sind.

6. Die ursprüngliche Einheit der menschlichen Sprache wurde bei Be-ginn der Trennung des neuen Geschlechtes plötzlich und gewaltsam zer-rissen. Die Erforschung und Vergleichung der Sprachen des Erdbodenshat festgestcllt, daß sie aus einer ursprünglichen Einheit hervorgegangcnsind. Denn jede von ihnen erweist sich mit anderen und zuweilen mitweit entfernten verwandt, und diese Verwandtschaft ist der Art, daß sie