Urgeschichte.
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ähnlichkeit, in welcher der Mensch geschaffen war, bildet die im Sünden-fall geschehene Empörung gegen Gott, durch welche mit der heiligmachcn-den Gnade die Einheit des Wesens in ihm verloren ging, so daß dieErkenntniß Gottes sich trübte und die Freiheit des Willens dem Aufleh-nen der Sinnlichkeit gegenüber sich schwächte. In den geheimnißvollenWorten, mit denen die heilige Schrift hiervon redet, spricht sich aus,wie der Mensch sich die Entscheidung über das Gute und Böse unge-eignet, wie er in Folge davon sich von dem Gefühle der Scham undder Hülflosigkeit betroffen gefühlt und als Strafe ein verändertes Ge-setz des Lebens, das ihn unter die Herrschaft des Todes gestellt, em-pfangen hat. Die Erinnerung an diesen Wechsel klingt in den Dichtun-gen der heidnischen Völker als die Klage um ein verlorenes goldenesWeltalter nach. Wenn sie sich aber über den Verlust mit dem Ge-danken trösten, daß nur in dem dadurch begonnenen Kampfe mit derNatur die menschliche Kraft sich habe entwickeln und bewähren könnenund daher eine Fortdauer des ursprünglichen Zustandes die Menschheitin Unvollkommenheit gelassen hätte, so haben sie nur insofern Recht, alsnach dem Falle auch die Strafe nothwendig wurde, während ohne denFall dem Menschengeschlechte ein Leben beschieden war, das jener dieWeltgeschichte nunmehr ausfüllenden Entwicklung und Bewährung derKräfte durch Dulden, Ringen und Entbehren nicht bedurfte. Den Ge-fallenen verkündete Gott mit der Strafe den Trost dereinstigcr Erlösungund mit dieser im Laufe der Zeiten vielfach erneuerten Offenbarungerhielt sich das Bewußtsein der Schuld und die Sehnsucht auf die Er-füllung des Verheißenen. Inzwischen entwickelten sich unter den nächstenNachkommen der Stammältern schon die Folgen der ersten Sünde.Der Losreißung von Gott folgte in weiterer Abwendung von Gott derMord des Bruders, und wie die Aeltern ein Opfer deö Kampfes derFinsterniß gegen das Licht geworden waren, trat mit der FeindschaftKains gegen Abel der Kampf der Menschen gegeneinander als Hebelihrer künftigen Geschicke in Wirksamkeit. Die Kannten entfernten sichvon dem Wohnplatze der Stammältern, verfielen in tiefere Gottlosigkeit,entkräfteten in Lamech das geheiligte Band der Ehe und riefen in Ju-bab und Thubalkain die den Sinnen schmeichelnden und der Selbstsuchtdienenden Künste in's Leben. Die Sethiten, auf die der Geist des erschla-genen Abel übergegangen war, wandelten fügsam an der Hand Gottes undbrachten in Enos den Stifter der gemeinsamen Gottesverehrung hervor,erhielten durch Enos Wegnahme von der Erde die Bürgschaft der Un-sterblichkeit und wurden in Noah die Erhalter des Menschengeschlechtes,nachdem durch eheliche Verbindungen der in den Menschenkindern fort-wuchernde Geist der Verwilderung sich auch den Gotteskindern mitgetheiltund das Strafgericht der Sündflut über die Welt herabgcrufcn hatte.