Friedrich Barbarossa. 229
nein war das Glück in solchem Grade günstig gewesen. Erhatte viele christliche Heere in verschiedenen Gegenden aufgericben.Wenn man ihn daher nicht zurück drängte, schien es, daß er sichmit leichter Mühe ganz Asiens bemächtigen würde. Diese großeGefahr nun, und wie ich glaube, auch ein edler, heldenmütigerUnwille spornte den hohen Geist Friedrichs. Er erkannte esals seine Pflicht, einen so grausamen Raubzug, wo er nur im-mer konnte, vom christlichen Gebiete zu vertreiben. Auch glaubteer, daß es für ihn, einen so großen Krieger, schimpflich wäre,müßig zu Hause zu sitzen und zuzusehcn, wie der Feind in seinenSiegen über den christlichen Namen immer größere Fortschrittemachte. Einen gerechten und heiligen Krieg beschloß also seinhoher Geist. Auch bewog er den König von England, Ri-chard, ein Heer nach Asien zu führen, um sich der Küstenlän-der wieder zu bemächtigen. Friedrich drang mit seinem Heeremitten in Asien ein, und Gott begünstigte sein edles Unterneh-men. Denn cs wurde plötzlich eine so große Veränderung derDinge in Asien und Syrien bewirkt, daß Sa lad in, dervorher viele Christenhcere vernichtet hatte, und in dem größcrnTheile von Asien weit umher gestreift war, das, was er innehatte, nicht behaupten konnte; Friedrich entriß ihm Kilikien,nachdem er Saladin's Heer zerstreut und vernichtet hatte. Aufder andern Seite nahm ihm der engländische König an der Küsteviele Städte weg, und indem also Sa lad in mitten im Sieges-läufe zurück geworfen ward, war Asien von der Furcht der Knecht-schaft befreit. Welch' ein hoher, wahrer Ruhm hierbei Fried-rich gebührt, das vermag ich nicht nach Verdienst darzustellen.Zuerst war seine Absicht die beste, weil er sich verpflichtet hielt,dem Saladin sich entgegen zu stellen, -damit die Christennicht in die Knechtschaft gcrathen, die Muhamedaner aber nichtmit vergrößerter Macht ihre Gräuel weiter ausbrcitcn möchten.Sodann, wie sehr gereicht ihm die Geistesgröße zur Zierde, daßer wagte, den Feind fern in Asien aufzusuchen, daß ec denschwierigsten Thcil des Kriegs aus sich nahm, und durch Sa-ladins Waffenglück sich nicht zurück schrecken ließ! Glaubt alsonicht, daß Friedrich nur ein mittelmäßiger Feldherr war! Seineseltene Tapferkeit und sein Waffenglück beweisen hinlänglich, daßin ihm der Geist eines Achilles war! Denn Friedrich hat dieTapferkeit und das Glück Saladin's dermaßen erschüttert, daßnicht nur der Muth Saladin's alsbald zu erschlaffen begann,sondern daß auch die Christen noch lange Zeit die Oberhand in