k
Ueber den Ausspruch Christi: „Ich habe für dich ^gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre l" lLuk. 22, 32. !
Gesprochen 1549.
^^bgleich cs eine unaussprechliche Wohlthat Gottes ist, daß Ecdas menschliche Geschlecht und diesen Wohnplatz desselben, diesesherrliche Gebäude des Himmels und der Erde geschaffen, und esdurch das Zusammenwirken der Elemente zweckmäßig gestaltet, ,und mit Schönheit und Ordnung geschmückt hat: so ist es docheine weit größere Wohlthat, daß Ec aus Seiner geheimnißvollen >Wohnung heraus getreten ist, und dem Menschengeschlechte sich >geoffenbaret, und demselben unter herrlichen Zeugnissen eine ge- >wisse Belehrung und eine Verheißung gegeben hat, welche nicht ^nur das Herz leiten und regieren, sondern auch in Noth und sUngemach wirksamen Trost ihm bieten, ja welche ein Zeug- jniß der Gegenwärtigkeit Gottes unter uns sein soll, der durchdiese Stimme eben uns mit Ihm verbunden erhält, uns schirmt, ^und vom ewigen Elend befreit. Diese unermeßliche Wohlthatmuß man ohne Unterlaß beherzigen, zu diesem herrlichen Trostin allen Nöthen seine Zuflucht nehmen.
Da nun nicht nur in der Gegenwart vielfaches Ungemach !die Kirche hart bedrängt, sondern auch andere künftige Gefahren svor Augen sind, und der Anstand der Dinge zeigt, daß mensch-liche Hilfsmittel und menschliche Plane uns keine wahre Hilfe ge- ^währen können, so laßt uns thun, was der König Josaphatspricht: „Zu Dir, o Herr, erheben wir unsre Augen, ^da wir nicht wissen, was wir thun sollen; auf Dich ^schauen wir, von Dir flehen wir Hilfe!" Laßt uns denndie Stimme Gottes hören, die uns den wahren Trost Vorhalt, ,und durch den Gedanken an die Gegenwärtigkeit und Hilfe Got- .tes uns aufcichten und kräftigen!