Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
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Rede von dem unter drei Scheffel Mehl ge-mischten Sauerteige,

gehalten 1548.

§üäenn wir es nicht gewiß wüßten, daß dieses mühevolle Lebendie Reise zur süßesten Gemeinschaft der himmlischen Kirche ist,in welcher Gott unverhüllt Sich uns zeigen, und Sein Licht, Weis-heit, Gerechtigkeit, Freude in alle Ewigkeit uns mitthcilen wird,wer könnte oder wer wollte dann die unzähligen Schmerzen undKampfe dieses Lebens ertragen?

Laßt uns aber jenen Hafen im Auge halten, aus welchenwir zusteuern und zugleich auch die Ueberzeugung hegen, daß wirin diesem Fahrzeuge, welches von wüthenden Stürmen hin undher geworfen wird, keineswegs verlassen und hilflos sind. Stetssitzt am Steuer Gottes Sohn, der Beschützer des Men-schengeschlechts, der die menschliche Natur angenommen, damitdieses unser irdisches Wesen nicht gänzlichem Untergange Preisgegeben sein möchte. Dieser beschützt, wappnet, richtet uns auf,tragt und unterstützt uns, aus daß wir, von so großer Last desElends niedergedrückt, nicht gänzlich vernichtet werden. So lebenwir denn, nicht als die Lebenslustigen, als sei das Leben an sichsüß, oder voll Freuden, sondern, um Gott unfern Gehorsam zubeweisen, und im Vertrauen auf den Helfer, Gottes Sohn,ertragen wir unaufhörliche Mühen, Sorgen und Schmerzen inder Kirche, in der Schule, im Kriegsleben, und in bürgerlichenund häuslichen Verhältnissen, und halten fest in dieser mühevol-len Bahn die Richtung nach jener ewigen Burg. Diese Ansichtvom Zweck des Lebens, von dem Elende und den Hilfsmittelndesselben, muß man sich fleißig wiederholen, um die Herzen zukräftigen, damit sie nothwcndige Mühen nicht scheuen, noch den-selben feig sich entziehen. Ost hält das göttliche Wort diese Er-mahnung uns vor; es befiehlt, daß ein Jeder sein Geschäft aus-