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5 (1830)
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Rede über dm Kaiser

lächerlichen Aussprüche der Stoiker, nach welchen nur die Weisenschön und reich sein sollen. Laßt uns das allgemeine Völkerrechtansehen, welches alle Könige, wofern sie nicht lieber Tyrannensein wollen, beobachten. Für eine Verletzung des Völkerrechtsgilt es, wenn ein König, der in der Absicht kommt, Frieden zubieten, mit Hohn und Schimpf behandelt wird. Aber Fried-rich, der ja Sieger war, kam nicht in der Absicht, um Frieden,sondern um Absolution zu bitten, und dieser Umstand eben vcr- >stärkt noch die Schuld. Dieser Papst behandelt den zu einer sUnterredung und Bcrathschlagung über das gemeinsame Beste desganzen Reichs gekommenen Sieger nicht anders, als Polyphemden in der Höhle eingeschossenen Ulysses. Au der Absolution fügter gegen göttliches und menschliches Recht eine wahre kyklopischeRohheit. Aber durch solche Beispiele eben haben die Päpste ihrezügellose Gewalt und Tyrannei zu befestigen gestrebt; und da die-selbe schon so lange das Verderben der Kirche ist: so ist zu wün-schen, daß doch endlich einmal das Ansehen der Synoden dieKirche von dieser so ungerechten und gräulichen Knechtschaft be-freien möchte. Die Könige hätten um ihrer Würde willen dieseKnechtschaft sich nicht gefallen lassen und die Beleidigungen gegenKönige ahnden sollen. Wenn jedoch dieser Grund sie nicht be-stimmte, so mußten sie doch das Beste der Kirche wahrnehmen, lund solcher zügellosen Gewalt Schranken setzen. Denn nichts istder Kirche feindseliger und widerstrebender als Tyrannei. Jedochdiese Untersuchung wollen wir auf die bevorstehende Synode ver-weisen, wenn nämlich wahre Verathschlagungen dort Statt findenwerden!

Ich kehre nun zu Friedrich zurück, der, nachdem er Alles,was zur Aufcechterhaltung des Friedens während seiner Abwesen-heit in Deutschland und Italien erforderlich war, mit weiserUeberlegung berechnet und ungeordnet, ferner die trefflichsten Ge-setze gegeben hatte, ein ungeheures Heer zusammcnzog, und das-selbe in großer Schnelligkeit nach Konstantinopel führte, umvon da nach Asien übcrzusctzen. Meint nicht, daß er diesenAug etwa aus Ehrgeiz oder aus Aberglauben unternommen.Denn Saladin war, nachdem er Jerusalem eingenommen,und fast ganz Syriens sich bemächtigt hatte, schon in Kili-kien und Armenien, welche Provinzen bis dahin die Kaiservon Konstan tinopcl besessen hatten, eingefallen, und hattesogar den griechischen Kaiser Emanuel gefangen genommen.Kein muhamedanischer Heerführer vor ihm war so tapfer, kei-