Antwort Philipp MelanchLhons auf eine imAufträge des niedern Klerus zu Cölnherausgegebene Schrift.
-xHch zweifle nicht, daß cs unter den Bürgern zu Cöln, so wiean der dortigen Hochschule, ja auch unter dem sogenannten Kle-rus viele verständige und würdige Männer gibt, welche nichtnur über die in der neulich gegen Bucer herausgegebenen Schriftgeführte possenhafte Sprache ihren Abscheu bezeugen, sondernvielleicht auch etwas Besseres wünschen. Und es hätten auch inder That die, welche von zwei hohen Behörden dazu ausersehenwurden, eine so wichtige Angelegenheit zu führen, statt ihrer leicht-fertigen Gesinnung zu folgen, vielmehr die Wichtigkeit der Sachesowohl, als auch die Würde ihres Standes berücksichtigen sollen,zumal da sie auch wissen, daß ihr Fürst*) mit dem rühmens-werthen Plane sich beschäftigt, der Kirche eine bessere Verfassungzu geben, und ihnen erinnerlich ist, daß Bucer ganz in Gemäß-heit des kirchlichen Brauchs zur Untersuchung und Prüfung dieserAngelegenheit sich erboten hat. Wozu bedurft' cs solches Muth-willens, wozu des unmäßigen Streitens, und obendrein einer soschmutzigen Sprache, zu der man die unfläthigsten Worte ausden Komödieen des Plautus entlehnt hat? Was sollten Schmä-hungen bezwecken gegen die wahre Lehre, gegen so viele KirchenGottes, welche doch alle im Glauben an den Sohn Gottes denVater anrufen, gegen die Staaten, die den Kirchen Schutz undPflege nngedeihen lassen, in so großer Menge ausgesprochen, daßsie, wie jener wackere Mann im Homer sagt, ein Schiff nichtalle sortbringen würde? Solche unedle Mittel müssen unbezwei-sclt den Unwillen vieler würdiger Männer rege machen. Als ichmich daher entschloß, zur Zurechtweisung des Lesers Einiges zu
') Hermann, Kurfürst von Coln.V
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