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5 (1830)
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Rede über den Kaiser

Syrien behielten. Die Muhamedancr und Türken, deren Na-me erst damals bekannt wurde, hatten damals gänzlich vertilgt,oder wenigstens aus Syrien und Aegypten verjagt werden kön-nen, wenn Friedrich langer am Leben geblieben wäre. AberAsien war, wie ich es mir wenigstens erkläre, von seinem Ver-hängnis ereilt worden, und Gott wollte die Strafe wohl einigeZeit aufschieben, aber nicht ganz erlassen. Als nun Friedrich,nach der Wiedereroberung Kilikiens das Heer Saladin's ausKleinarmenien vertrieben hatte, und einmal, von Anstrengungund Hitze, welche die Deutschen nicht gut ertragen können, er-mattet, in einen Fluß gestiegen war, um sich zu baden, kam er,nach der Erzählung Einiger im Flusse ums Leben, indem er voneinem Strudel hinab gezogen wurde. Andere erzählen, er habebeim Heraussteigcn aus dem Wasser seine Leber angegriffen ge-fühlt, wie das öfters geschieht. Denn Ihr erinnert Euch, daßer in Kilikien nach einem Flußbade in eine tödtliche Krankheitgefallen ist. So soll nun Friedrich nach wenig Tagen an ei-ner Leberkrankheit gestorben sein.

Das war das dem Reiche so schmerzliche Ende Friedrichs.Es erinnert mich unwillkürlich an das Schicksal vieler ruhmvollerKrieger, die, obgleich sie die höchste Tapferkeit besaßen, dennochdcng cringfügigsten Zufallen unterlagen. Achilles wird bei denVorbereitungen zur Hochzeit von einem feigherzigen Menschenmeuchlings gerödtet. Die übrigen Acakiden, Ajax, Pyr-rhus und zuletzt Alexander sind alle eines plötzlichen und un-würdigen Todes gestorben, des Simson und vieler Anderer garnicht zu gedenken, deren Ende ihrer Tapferkeit ganz unwürdiggewesen ist. Daher darf man dem Ruhme der Tapferkeit Fried-richs um seiner Todesart willen Nichts entziehen, sondern es solluns auch diese ein Beispiel sein, das uns an das menschlicheElend erinnert, daß die yeldenmüthigsten, tapfersten Männer vonunbedeutenden Dingen niedergeworfen, eines unwürdigen Todessterben. Seinem Glücke aber wollen wir es zuschreiben, daß ernicht früher sein Leben geendet hat, als bis Sa lad in gcdcmü-thigt, und Asien von der Gefahr befreit war. Auch war dieRuhe in seinem Reiche gesichert. Denn er hatte seinen Soh»zum Nachfolger ernannt, damit nach seinem Tode keine Unruhendurch eine Wahl veranlaßt werden sollten. Da nun Friedrichungemeine Tapferkeit und Kriegskunst besessen, und ungeachtetder verschiedensten Schicksale, denen er ausgcsetzt gewesen, dennochauch glückliche Kriege geführt, und durch Beilegung des Krieges