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Friedrich Barbarossa. 22/
wäre, die räuberischen Unternehmungen der Muhamedanerbeschränkt werden könnten. Wenn daher irgend mit Recht ange-führt werden kann, was Ennius vom Fabius sagt-
— „er setzte den Beifall nicht über die Wohlfahrt."
so verdient auch Friedrich diesen Ruhm, da er um des ge-meinen Besten willen den Verlust der Ehre mit Gleichmut!)ertragen hat. Uebecdieß glaub' ich doch, daß, obgleich er kein^ Bedenken getragen, um die Absolution zu erlangen, sich dem^ Papst zu Füßen zu werfen, die übrige Schmach ihm ganz uner-wartet gekommen ist. Der deutsche Mann — arglos und ohneVerdacht — erwartete nicht, daß der Papst mit solchem Ueber-muth, und solcher Grausamkeit gegen einen sich demüthigcndenKönig sich benehmen würde, daffen Absichten alle dahin gerichtetwaren, den ganzen Christennamen zu vertheidigen. Er glaubtenicht, daß er eine Verhöhnung und Mißhandlung, wie Jugur-tha, würde erfahren müssen. Es kam, wie ich glaube, demdeutschen Manne eine solche Unmcnschlichkeit gar nicht in denSinn, daß jemals ein Priester, der das Muster der Dcmuth seinsoll, seine Füße aus den Nacken eines Kaisers setzen, und die be-schimpfendsten Aeußerungen hlnzufügen würde. Hatte er dieß voc-ausgesehen, so würde er sich, wie wenigstens ich schließe, zu jenemSchauspiele nicht haben ziehen lassen. Oder wenn er es so kom-men sah, so hat ohne Zweifel nichts Anderes, als hohe Achtunggegen die Religion seinen wahrhaft Achilleischen Sinn gebeugt.
Doch was rechtfertige ich den Kaiser? Denn wenn er auch seineWürde nicht kräftig genug behauptet zu haben scheint, so fälltdie Schuld doch mehr auf den Papst, von dem die Beleidigungausgegangen war Daher muß vielmehr der stolze Uebecmuth unddie Grausamkeit des Papstes angeklagt werden. Denn wie vielBosheit und Schande auf dieser Begebenheit ruht, kann manauch daraus abnehmen, daß kein ähnliches Beispiel in der Gc-i schichte irgend eines Volks, nicht einmal in der Geschichte derPapste gesunden wird. Zuerst war schon die Ursach des Bann-spruchs ungerecht. Gesetzt aber, sie wäre gerecht gewesen, sohätte doch der Papst dem Bittenden Verzeihung gewähren müssen.Sodann durste der Papst seinem Herrn keine Beschimpfung an-thun. Doch ich will nicht aus diese subtile Meinung über diechristliche Dcmuth eingehen, welche schon in früherer Zeit zuRom laut widerlegt und allgemein für nichtig erklärt worden ist,und auf die Fürsten nicht anwendbarer zu sein scheint, als jene
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