Friedrich Barbarossa.
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stärkere Liebe zu den Kindern, als bei andern Nationen wahr-nehmen. Es bewog also, da der eine Sohn in der Schlachtgefallen, der andere gefangen genommen worden war, der väter-liche Schmerz den Kaiser, daß er sich zum Frieden geneigt zeigte,zumal da er selbst immer den Krieg verabscheut, und nur durchdie Ranke des Papstes gezwungen, die Waffen ergriffen hatte.So vereinigte man sich denn endlich dahin, daß Friedrich nachVenedig kommen, und daselbst sich zu den Füßen des Papsteswerfen, und ihn um die Absolution bitten, sodann aber, wenner den Frieden in Italien gesichert hatte, ein Heer nach Astenführen sollte. Friedrich, ungeachtet er bis jetzt im Kriege dieOberhand gehabt hakte, nahm dennoch diese Bedingungen an,fiel dem Papst in Venedig zu Füßen, und bat ihn um Verge-bung. Mit dieser Selbstdemüthigung des Kaisers, der als Bit-tender vor ihm gekniect hatte, war der Papst noch nicht zufrie-den, sondern fügte noch eine merkwürdige Beschimpfung hinzu.Er setzte seinen Fuß auf den Hals des Kaisers, und ließ dabeiausrufcn: „Auf den Löwen und Ottern wirst du ge-hen, und treten aus den jungen Löwen und Dra-chen!"*) Welch unerhörter Stolz und Tyrannei! Die heid-nischen Könige und Heerführer haben aus Ehrfurcht gegen denköniglichen Namen auch Könige, die sie gefangen genommen, oftehrenvoll behandelt. Wenigstens hat einen ähnlichen Stolz ge-gen einen König bei einem Friedcnsschluß Niemand jemals be-wiesen. Daher zeigte sich auch jenes adelige Gemüth bei diesemSchauspiel durch solche entwürdigende Behandlung verletzt. DennFriedrich unterbrach den Papst öffentlich mit den Worten:„Nicht vor Dir, sondern vor Petrus!" Er wollte nämlich aus-drücken, daß er nicht vor diesem Tyrannen, sondern vor demapostolischen Ansehen sich gedemüthigt hatte. Der Papst rief? herrisch und gebieterisch: „Sowohl vor mir, als vor Petrus!"
Nach erlangter Absolution nahm sich Friedrich, bevor er dasHeer nach Asien überführte, noch einige Zeit, um den Friedendurch Gesetze zu sichern, traf Anstalten zur WiederherstellungMailands, und gab die Gesetze, welche <Ie paoo omiüt.-mtio«heißen, und denen noch heute die Staaten eine bessere Regic-rungsweise verdanken. Denn sie sind in die Rechtssammlungausgenommen, und ihr Ansehen hat ein vorzügliches Gewicht.
Diese Geschichte enthalt viele erwahnenswcrthc Beispiele, dmn
Ps. 91, 13.V.
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