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Rede über den Kaiser
Alexander regte ganz Italien, vornehmlich die Venetergegen Friedrich auf. Zu allen Zeiten hat der Ehrgeiz derPapste und der geistlichen Stande ungeheure Unruhen erzeugt.Friedrich war Anfangs allerdings nicht wenig bestürzt, als ervom Bann hörte; er schrieb an das Collegium der Eardinäle,daß die Sache gerichtlich untersucht werden sollte. Aber Alexan-der verbot die Untersuchung darum, weil er den großem TheilItaliens und Frankreich auf seiner Seite hatte, und zogsich, damit er vom Kaiser Nichts zu besorgen hatte, nach Frank-reich zurück. Diese Beschimpfung reizte den Suevcn, und die-ser begann nun, ihn äußerst hitzig zu bekriegen, und rieb vielefeindliche Heere auf, und weil Mailand die Hauptrolle beidieser Verschwörung gespielt hatte, nahm er ihre Stadt im Sturm,plünderte und verwüstete sie, und machte sie dem Erdboden gleich.Nachdem er die übrige Lombardei wieder erobert hatte, führteer sein Heer nach Deutschland zurück, weil er, da Italiennun zur Ruhe gebracht war, die übrigen Beleidigungen nichtverfolgen wollte. Der Urheber des Kriegs aber, der PapstAlexander, kehrte aus Frankreich nach Italien zurück, als ersah, daß cs ruhig war, und feuerte die Veneter an, denKrieg - zu erneuern. Viele andere Städte fielen vom Kaiser ab,und traten ihnen bei. Diese Verschwörung (der lombardischeBund 1167.) rief den Kaiser aufs Neue nach Italien, und erbrachte cs abermals unter seine Gewalt. Der Papst, da er sichin Rom nicht für sicher hielt, floh in Schiffertracht, und be-gab sich nach Venedig. Nachdem endlich der eine Sohn desKaisers bei Bologna in der Schlacht gefallen, der andere, undzwar der jüngere, von der venerischen Flotte gefangen wordenwar, vergaß er die Beleidigungen, und ließ nun Verhandlungenwegen eines allgemeinen Friedens Statt finden, wozu ihn vor-nehmlich auch allgemeine Ursachen bewogen. Denn damals be-gleiteten die Unternehmungen des Fürsten Sa ladin in Asiensolche glückliche Erfolge, daß, wie es schien, wenn nicht der Kai-ser ihm entgegen trat, in Kurzem die Muhamedaner nicht nurin Syrien, sondern auch in ganz Asien herrschen würden. Daserschöpfte Italien verlangte überall nach Frieden. Es ist aberglaublich, daß außer diesen öffentlichen Ursachen auch der väter-liche Schmer; großen Einfluß hatte. Denn da das häuslicheLeben Friedrichs reich an Acußerungen von Humanität undPietät war, so ist er ohne Zweifel auch ein sehr zärtlicher Vatergewesen, wie ec ja auch jetzt noch an den Deutschen eine weit