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5 (1830)
Entstehung
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Niemand wird Meine Schaft aus Meiner Hand reißen!" 1550. 213

ner Erbarmung anerkennen, und fügt zu diesen Seinen Erklärungenals Zeugnisse die Wiedererweckung Verstorbener und andre Wunder.

Wir wollen darum die ungläubigen Meinungen aus unfernHerzen weit verbannen, welche dichten, daß bloß aus Zufall oderphysischen Ursachen Uebel uns treffen.

Wenn du aber die Wunden in deinen eignen Verhältnissenbetrachtest, oder deinen Blick auf die öffentlichen Zerrüttungen inden Staaten richtest, welche zugleich die Einzelnen Niederschlagen(wie Solon sagt:Das allgemeine Verderben dringt auch indeine stille Behausung;"), so denke zuerst über deine eigenenund Anderer Sünden, und den gerechten Zorn Gottes nach; so-dann erwäge auch die Wuth des Teufels, der seinen Grimmvornehmlich in der Kirche ausläßt.

In allen, auch den bessern Menschen herrscht große Finster-niß. Wir sehen nicht, welch' ein großes Uebel die Sünde ist,und achten uns selbst nicht für so gar schmählich befleckt. Wirschmeicheln uns selbst, namentlich damit, daß wir ja zu einerreinem Lehre von Gott uns bekennen. Indessen überlassen wiruns einem sorglosen Schlafe, schmeicheln ein Jeder seinen beson-der» Begierden; unsre Unreinigkeit, die Krankheiten der Kirche,die Noch der Brüder erfüllt uns nicht mit Schmerz; die Anru-fung ist ohne Feuer und Inbrunst; es erkaltet der Eifer fürLehre und Zucht, und nicht wenige Sünden sind die mcinigcnund die dcinigen und die vieler Anderer, um welcher willen solcheStrafen aus uns gehäuft werden.

Laßt uns daher unsre Herzen zur Buße wenden, und unfernBlick aus den Sohn Gottes richten, in Ansehung Dessen wirdie Versicherung haben, daß Er nach dem wunderbaren Racheder Gottheit über das Menschengeschlecht gestellt ist, um der Be-schützer und Erhalter Seiner Kirche zu sein.

Unser Elend sowohl als unsre Gefahren, und das Wüthender Feinde sehen wir nicht eher vollkommen ein, als nach beson-ders traurigen Ereignissen. Dennoch aber sollen wir so denken:Es muß große Noch und eine furchtbare Macht und Wuth derFeinde vorhanden sein, da uns ein so mächtiger Beschützer, näm-lich Gottes Sohn, gegeben worden ist. Wenn Derselbe spricht:Nicmand wird Meine Schafe aus Meiner Handreißen," so deutet Er an, daß Er nicht ein müßiger Zuschauerbei unscrm Elende ist, sondern daß gewaltige und unablässigeKampfe Statt finden. Der Teufel hetzt einige seiner Werkzeugean, die Kirche oder das politische Gemeinwesen zu zerrütten, da-