Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
185
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und der weltlichen Herrschaft, gehalten 1548. 185

daß Er anzeigt, wo diese Kirche ist, welche Er wahrhaft liebtund mit ewiger Herrlichkeit schmücken wird; daß Er auch unszur Theilnahme an dieser Kirche berufen hat; endlich daß Erversichert, es werde stets eine solche Gemeinschaft, als Vewah-rerinn des Wortes, in dieser Welt bestehen.

Diese unaussprechlichen Wohlthaten laßt uns den Mühselig-keiten gegenüber stellen, mit welcher nach Gottes Absichten diemenschliche Natur in diesem Leben gemeinsam belastet ist; nichtunwillig murren wollen wir darob gegen Seinen Willen, sondernunfern Schmerz etwas mäßigen, und Seiner Linderung und Be-freiung harren.

Aber wie, sagst du, mag bei so gewaltigen Veränderungen,ja unter den Trümmern weltlicher Reiche die Kirche ferner be-stehen? Da wo sie einst am blühendsten war, in Syrien, Ae-gypten, Asien, herrscht jetzt eine rohe, dem Sohne Gottes feind-selige Barbarei, Ich schaudere, wenn ich jene Beispiele betrachte,welche den großen Zorn Gottes kund thun. Allein das ebenhat Gott oft vorher verkündigt, die Kirche werde keinen festen Sitzin irgend einem Reiche haben, und das hat Er darum vorher' verkündigt, damit wir wüßten, etwas Anderes sei weltliche Herr-schaft, etwas Anderes die Kirche Gottes, und damit wir die Ur-sachen dieser äußerlichen Uebel erwägen möchten.

Gott erhält Seine Kirche auch mitten unter den Trümmernweltlicher Reiche. Uebcrall, wo du die unverfälschte Stimmedes Evangelium vernimmst, glaube fest, daß du da in der Kirchedich befindest, mag nun ihr Sitz in einem ruhigen Staate, oderin einem zerrütteten, oder in einem unter Knechtschaft seufzendenReiche sich befinden. Laßt uns aber als hauptsächliche Ursachesolcher Wanderungen das betrachten: Wenn die Wissenschaftenvernachlässigt werden, wenn die Bande der Zucht und Sitte sichauflösen; wenn das Verbrechen ungestraft bleibt, wenn Viele ent-weder das Evangelium zum Deckmantel schändlicher Leidenschaf-ten gebrauchen, oder Abgötterei aufrichtcn, oder nach ungeschlach-ter Cyklopen Weise alle Religion wegwcrfen, und Herrschaftund schändliche Lüste suchen. Der richtende Gott kündigt unterfurchtbaren Strafen Seinen Zorn an, wie Er selbst spricht:DeinGott ist ein verzehrendes Feuer!"*) Darum wollen wir,ein Jeder an seinem Theile, über unser Betragen wachen, und! mit größerer Genauigkeit Jeder seine Pflicht erfüllen. Jetzt aber

') 5. Mos. 4, 24.