Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
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Rede übc^ den Ausspruch des Paulus:

lung), will ich eine Erklärung hinzufügen, die den Studirendcnhoffentlich nicht unwillkommen sein wird.

Drei Glieder sind es; er empfiehlt zu lesen, zu lehrenund zu trösten.

Warum beginnt er aber mit dem Lesen? Er unterscheidethier die himmlische Lehre von der Philosophie, und erinnert zu-gleich, daß die Kirche an die prophetischen und apostolischen 'Schriften gebunden ist. Andere Wissenschaften, wie die Arith-metik und die Rechtswissenschaft, werden aus Grundsätzen, welcheman auf natürlichem Wege findet, erbaut; sie gehen nicht vomLesen aus. Aber die dem Evangelium eigenthümliche Verhei-ßung war ein geheimer Nathschluß, weit über und außer demGesichtskreis aller Engel und Menschen gestellt. Diesen hatGott den Vätern und Propheten durch Offenbarung mitgetheilt,und ihn schriftlich aufzcichnen lassen, und die Sorge für die Be-wahrung der Schrift Seiner Kirche anvertraut. Ja Er erhalteben darum einige Staaten, daß sic gleichsam Bibliotheken derheiligen Bücher sein sollen. So ist die mosaische Verfassungaus diesem Grunde fünfzehnhundert Jahr beschützt, erhalten, und sdurch göttliche Zeugnisse verherrlicht worden, um die Bibliothekder prophetischen Schriften zu sein, uns zu bezeugen, daß dieseLehre von Gott verliehen worden. Da nun die Lehre der Kirchenicht aus dem Lichte des menschlichen Geistes hervocgeht, sondern ^aus dem ausgezeichneten Gottesworte erkannt werden muß, soleuchtet die Nothwendigkeit des Lesens ein, und weislich stelltPaulus die Ermahnung zum Lesen voran. Wenn dem nunalso ist, so wollen wir auch uns und die Unsrigen gewöhnen, diegöttlichen Bücher fleißig zu lesen. Und da es hoch nöthig ist,daß diese Bücher erhalten und gelesen werden, so wollen wir auchwissenschaftliche Beschäftigungen lieben und uns aneignen. Und ^wie gehässig man auch unsre Bemühungen beurtheilen mag, wis-sen wir doch, daß sie Gott wohlgefällig und Seiner Aufsichtempfohlen sind. Diesen Trost muß man oft bedenken und wie-derholen, weil in unserer Zeit, wo diese ehrenvollste Thätigkcitnicht nur aller äußern Aufmunterungen ermangelt, sondern auchdurch die Urthcile Mächtiger und Weiser eingeengt und gehässiggemacht wird, indem sie die Wissenschaften als den Samen derZwietracht verrufen, wissenschaftliche Bestrebungen immer mehr anReiz verlieren. Gegen solche Urtheile wollen wir unfern Trost in denGeboten Gottes suchen, welche die heiligen Bücher zu lesen nicht nur,sondern auch in ihr Verständniß cinzudringen, sehr ernstlich fordern.