gehalten 1543.
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in unscrm sittlichen Streben, und in unfern Studien! Laßt unsdie Herzen zum Gebete nnfeuern! Wnhrlich, das wird nicht ver-gebens sein! Denn diese Versicherung gibt Paulus: „Gottist's, der da wirkt Beides, das Wollen und das Vollbringen."*)Gottesfürchtige Menschen sollen wissen, daß sic von Gottberufen werden, um heilsame Kenntnisse sich zu erwerben, und sichzur Leitung der Kirche geschickt zu machen. Diese Bestrebungenwerden nicht fruchtlos sein, wenn du nur deinen Lauf beschleunigst,und den begonnenen Eifer nicht fallen laßt. Manche erschlaffen durchsinnliche Genüsse, Andere, weil sie zweifeln, Lohn dafür zu erhal-ten; der Eine wird durch diese, der Andere durch andere Gefahrenzurückgeschreckt; denn das eben ist die große Schwache der mensch-lichen Natur, daß man sich weder die Tüchtigkeit erwirbt, welcheder Staat in Anspruch nimmt, noch Verlangen hegt, einen Theilder öffentlichen Arbeit zu übernehmen. Viele entmuthigt auch dieNoch der jetzigen Zeit, wenn sie das Türkenheer vor sich sehen.Wozu, sprechen sie, wird es der Wissenschaften und der Gelehr-samkeit bedürfen, wenn dieses Alles durch tückische Waffen verheertwerden wird ? Ich schaudere, wenn ich solche trübe Ahnungen aus-sprechen höre, oder daran denke! Aber, wackere Jünglinge, wirwollen mit aller Geisteskraft andere Schwierigkeiten sowohl, als auchnamentlich diese Schrecknisse bekämpfen. Je größere Gefahr unsdroht, um so eifriger wollen wir die Wissenschaften treiben, damitdenen, die nach uns kommen werden, der Besitz der Wissenschaften,welche für das Leben nützlich sind, gesichert sei. Wenn auch verhäng-nisvolle Strafen die Welt wegen des epikurischen Wahnwitzes, wegendes Aberglaubens, der Wollust und wegen anderer Laster treffen soll-ten, so wissen wir doch gewiß, daß die Kirche Gottes bleiben wird,daß sie in diesem letzten schwachen Alter der Welt zwar hart bedrängtund mit Knechtschaft belastet werden, dennoch aber bleiben und be-stehen wird. Drum mag unser Stand seine Kräfte und Zierden sicherhalten, und dazu eben ermuthigt Euch auch durch den Trost, daßdie Wuth der Türken, wie weit sie auch jetzt um sich greift, dennochdas fünfte Weltreich nicht gründen wird! Diese Barbaren werdennicht alle Völker Europa's unterdrücken! Doch ich will nicht vonPolitischen Angelegenheiten reden, sondern empfehle vielmehr Gottunser Germanien, das in diesen traurigen Zeiten schon leider zuwahr und mit Recht den Namen Almania (Alemannien) führt;denn Almana heißt in der hebräischen Sprache eine Witwe.
) Philipp. 2, 13.