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5 (1830)
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Rede über den Apostel Paulus,

Meinungen ausstreuten, wie die Raserei allmalig wuchs, weil §aus Gottcsverachtung Wahnsinn und Raserei zu folgen pflegt,und wie traurig und schrecklich der Ausgang war!

Doch nicht das allein ist zu beklagen, daß so viele armeMenschen durch Hunger und Schwert oder anderes Ungemachumgekommen sind, sondern weit trauriger ist, daß Gott dabeigeschmäht worden, daß Viele der Irrwahn in das ewige Vcrdcc- ^den gestürzt hat; daß der Teufel darob triumphirt hat, daßso viele Unglückliche von Gott weggerissen worden sind. DieseScenen wollen wir unseren Geiste Vorhalten, damit wir dieWeisheit suchen, welche die Herzen also regiert, daß uns nichtblindlings solcher Fall erraffe.

Vergleichet hingegen die Staatsweisheit des Jewemias,die zwar armselig und gering erscheint, dennoch aber dem Volkesegensreich und wahrhaft ruhmvoll ist. Langer als vierzig Jahrepredigt er von dem Untergange des Staates, von der Zerstreuungdes Volkes und der Rückkehr der Uebcrrcste desselben. Wie oftwird er rn's Gesängniß geworfen, wie oft vor das Gericht ge-schleppt! Endlich wird er getödtet, entweder von seinen Mitbür- >gern, oder von einem übermüthigcn afrikanischen Könige, dem er 'auch den Untergang geweissagt hatte! Aber wiewohl er in schwe-ren Leiden geübt wird, ist er dennoch der Retter seines Landes.Denn auf seinen Rath entschloß sich die Blühte der Kirche, ,Zedekias, und einige tausend Bürger zur Ucbcrgabe. DieseReste waren die Pflanzschule, welche in der Folge den Staatwieder erneuerte. Nun erwäge bei dir, was dir wünschenswcr-ther erscheint, ob die Aehnlichkeit mit Samuel, Jesaias, Je-remias, Paulus, oder ob mit Alkibiades, Kaiphas,Judas, Marcion, Nullius von Münster! Wenn das dieJünglinge fleißig beherzigten, gewiß, sic würden bescheidener sein,und nicht nur der heilsamen Wahrheit eifrigeres Streben wid- ^men, sondern auch um die Leitung und Regierung Gottes flehen.Wie du Gott um die Erhaltung der Ueberrcste Seiner Kirchebittest, eben so sollst du bitten, daß Ec auch dich zu einem derMenschheit nützlichen Werkzeug erwähle, und dich nicht unter diemenschlichen Scheusale, oder unter die Gefäße des Zorns ver-werfe, wie sic Paulus nennt. Denn Gott will Sich SeinerKirche nicht entziehen, sondern Ec sichert denen, die Ihn bitten,so oft und feierlichst Seine Hilfe zu, und bestätigt durch einenEid Seine Verheißungen. Warum eilen wir nicht zu Ihm, dersogar durch einen Schwur uns einladct? Laßt uns Fleiß thun