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5 (1830)
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Rede über den Apostel Paulus, gehalten 1543.

Doch ich sammle mich wieder. Wir wollen nur an die Kirche den-ken, und überzeugt sein, daß dieselbe, wenn auch politische Unruhenund Verwirrungen eintreten werden, dennoch bestehen wird. Ihrseien unsre Kampfe gewidmet; um ihretwillen laßt uns im Be-kenntnis der Wahrheit verharren, wie im babylonischen Exil Da-niel, Haggai, Zacharias und viele ähnliche weise Männer ge-than haben. Obgleich die Kirche in den Staaten keinen sichern Sitzhat, so kann ich doch frommen Fürsten so viel versichern, daß, solange sie in diesem Nachen, d. i. in der Kirche, sein werden, auch ihreHerrschaft bestehen wird. Diejenigen aber, welche diesen Nachen ver-treiben, und durch ihren Leichtsinn in ihrer Kirche Verwüstung ver-ursachen werden, wie so Viele thun, welche wissenschaftliche Bestre-bungen untcrgehen lassen, mögen diese Drohung hören:Siehe, dieAugen des Herrn sehen auf ein sündiges Königreich, und Er wird esganz vertilgen!" *) Aber der Prophet fügt zugleich denselben Trost hin-zu, den ich schon so oft angeführt:Aber Jakob, spricht Er, willIch nicht gar vertilgen, obgleich Ich cs wie Weizen in einem Siebesichten und reinigen will!" Welche wunderbaren Schilderungen undBilder der Kirche, vornehmlich in unserer Zeit! Es ist kein Zweifel,daß sie deßwegen aufgestellt worden sind, um die Frommen im Vor-aus zu erinnern, und für die Gefahren zu starken, welche schon vorAugen schweben. Die Kirche ist nicht ein träger, müßiger Haufe,sondern sie weiß, daß sie in diesem Leben Mühseligkeiten aller Artausgesetzt ist, daß sie aber dennoch indeß das Bekenntniß der Wahr-heit festhalten, und dasselbe, um politischer Zerrüttungen willen,nicht fallen lassen soll.

Stärkt denn also Eure Herzen durch göttliche Erinnerungen!Widmet Euch mit allem Fleiße den nützlichen Studien, und seidüberzeugt, daß dieser edle Eifer nicht nur Gott wohlgefällt, son-dern auch von Ihm gefördert und unterstützt wird! Werdet Ihr indieser Hoffnung um Hilfe flehen, so werden Eure Mühen gewißnicht vergeblich, sondern Euch und Andern heilsam sein; und waskönnte dem Menschen Besseres oder Ehrenvolleres zu Thcil werden,als eben dieses ? Das soll man deshalb bedenken, weil der Menschohne Zweifel verpflichtet ist, im Voraus mit Sorgfalt zu berechnen,nach welchem Ziel er sein Leben richten, und auf welche Weise er csbei so gar heftigen Bewegungen lenken soll.

') Ainos 9, 3. 9.