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5 (1830)
Entstehung
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gehalten 1536.

stiller Ausdruck des Innern ist, die Gesinnung des Menschenaus. Darum sagten nicht ohne Grund die Griechen sprichwört-lich:Das Kleid macht den Mann." Denn wie eine anständigeTracht dem Menschen Ansehen verschafft, und süc sein Betragenein empfehlendes Zeugniß gibt, eben so schadet eine abenteuer-liche Kleidung, welche das Auge und das Urtheil vernünftigerLeute für abgeschmackt erklären muß, der Achtung sehr. Dennwas Anderes bezeichnet eine solche, mannichfaltig zusammengesetzte,theils Franzosen, theils Spanier, theils Polen nachäffende Klei-dung, als eine abenteuerliche Denkungsart? Welche Beständig-keit kann in einem Charakter vorhanden sein, der jeden Tag alssich selbst unähnlich geworden erscheint? Sokrates wollte nicht,seiner Gewohnheit entgegen, Schuhe aus Sikyon tragen, obgleichsie nach seinem eignen Geständnis den Füßen gut paßten. Mei-net nicht, daß er in einer so geringfügen Sache pedantisch sichgezeigt habe; vielmehr war es eben ein Theil seines Ernstes undseiner Beständigkeit, daß er auch in kleinlichen Angelegenheitensich gleich bleiben wollte. Eben so sagt Homer, daß eine an-ständige Kleidung die gute Meinung von Einem erhöhe, Ihr kenntja den Vers:

Denn ein ehrbares Kleid erhöhet die Zierde des Mannes."

Es liegt das nicht etwa im Werthe des Kleides; denn wederEdelsteine, noch Gold, noch Purpur, deren Gebrauch in Staa-ten von guter Verfassung anständigen Leuten sogar verbotenist, zieren Männer sehr, sondern weil fast Jeder seiner Denkungs-art und seinen Sitten gemäß auch seine Kleidung entrichtet, sodienet anständige Kleidung zu großer Empfehlung, weil man vor-aussetzt, daß wackere, vernünftige Leute dergleichen gern haben.Jeder also, der bei allen Vernünftigen eine gute Meinung sichzu erwerben strebt, richte nach ihrem Urtheile, wie seine Lebens-weise überhaupt, so auch seine Kleidung ein; denn wie man inunsrer Zeit fürstliche Familien nach dem Schnitt der Kleidungunterscheidet: so beurtheilen vernünftige Männer das Betragenund die Bildung der Jünglinge nach der Tracht derselben. Esdarf aber gerade dieses Alter köin Erbe, keine Reichthümcr höherachten, als eine gute Meinung. Und eine solche kann sich zumgroßen Theil erwerben, wer das Urtheil Jener in Bezug aufKleidung sorgfältig berücksichtigt. Wenn aber Manche so ganzScham und Scheu verloren haben, daß sie auf eine gute Mei-nung keine Rücksicht nehmen, und über das Urtheil des Ver-