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^ gehalten 15L7.
^ übrigen Zierden. -Von den Gothen aber lesen wir, daß sie,obgleich sie durch langwierige Belagerung heftig erzürnt waren,i dennoch ihren Zorn im Siege so gemäßigt haben, daß sogar eineVerordnung erging, derer zu schonen, welche sich in die Kirchender Christen geflüchtet hätten, und bei der Plünderung kein Blutzu »ergießen. In unserer Zeit aber haben die Sieger, weit, entfernt, das Heilige zu verschonen, vielmehr nirgends gieriger
> geraubt. In der ganzen Stadt sind unglückliche Bürger ermor-
det, ein großer Theil der Stadt ist durch Feuer verheert worden;die daselbst blühenden, wissenschaftlichen Anstalten jeder Art sind,durch die Waffen erschreckt, verstummt. Ja auch das, was,wenn cs geblieben wäre, die zertrümmerte Stadt hätte wiedererneuern können, ist vernichtet worden, nämlich die alte bürger-liche Ordnung, Gesetze und Rechtspflege.
Mit mehrerem Recht möchte man also jenen Tag, den 6. Mai(denn an diesem Tage des vergangenen Jahres ist Rom einge-nommen worden), unter die unglückseligen zählen, als den atti-schen,*) und ich fürchte, cs wird die Nachwelt diesen Tag weitmehr, als irgend einen andern, als den attischen für Rom be-l trachten können. Denn von diesem so großen Unglück wirddiese Stadt nicht leicht sich erholen. Sieh' aber, wie ganz ver-schieden die That dieses Heeres von den Beispielen der altengermanischen Vorfahren ist! Karl der Erste (der Große) hatdurch die Vertreibung der Langobarden die Verwüstung von Romund Italien abgewendct. Otto der Erste hat sie von der Ty-rannei des Berengar befreit. Und mit welcher Klugheit hat, umVieles nicht zu erwähnen, der tapferste und weiseste Fürst,Maximilian, dein Großvater, Kaiser Karl! den Franken-könig, der von Haß gegen den Papst Julius entbrannt, eingewaltiges, tapferes Heer gegen die Stadt führte, von Ra-i venna an, wo er in einer furchtbaren Schlacht das päpstlicheHeer überwunden und in die Flucht geschlagen hatte, bis an dieäußere Küste Frankreichs, nach Belgien zurück gezogen, damitRom nicht etwa von dem erzürnten Sieger ein trauriges Schick-sal erführe! Jetzt aber, o welch' eine tief gesunkene Zeit! hatgerade das Heer, welches der Kaiser zum Schutz für ganz Ita-lien verordnet hatte, in der Hauptstadt von ganz Italien, ja derganzen Erde, eine unerhörte Grausamkeit verübt! Weder die
') Der 18. Julius 890 vor Christus, an welchem Tage die Römer andem kleinen Flusse Mia, 11 Meilen von Rom, von den Gallierneine große Niederlage erlitten.