einer neue» Schule in Nürnberg rc. 1526.
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Geister wurden allenthalben zu den edlen, wissenschaftlichen Stu-dien erweckt. Denn der Wetteifer der Griechen spornte auch die,so im Besitz der lateinischen Sprache sich befanden, an, ihre va-terländische Sprache, welche fast gänzlich verfallen war, zu er-neuern. In den Städten wurden die öffentlichen Gesetze ver-bessern, ja zuletzt die Religion gereinigt, welche vorher unter mön-chischen Träumereien vergraben und unterdrückt lag. Obgleich dieUrthcile hierüber verschieden sind, so halte ich doch dafür, daßtüchtige Männer den Einfluß und das Wesen der Religion rich-tiger durchschauen, und daß den Gewissen kräftigerer Trost inunsrer Zeit zu Gebote stehe, als jene Mönche gaben. So hatsich denn Florenz ohne Zweifel um alle Völker ein ausgezeich-netes Verdienst erworben, indem cs die Wissenschaften gleichsamaus dem Schiffbruche in den Hafen ausgenommen und geret-tet hat.
So laßt denn auch Ihr, nach dem Beispiele dieser Stadt,in diesen traurigen Zeiten den Wissenschaften Euren Schutz an-gedeihen, wo die Bischöfe nicht für sie kämpfen, wo die übrigenFürsten die Sorge für dieselben unter ihrer Würde halten, woDeutschland hin und wieder in wilder Bewegung ist, und zu denWaffen ruft, wo, wie der Vers sagt:
„Fliehend verläßt uns die Weisheit; Gewalt nur leitet die Dinge!"
Und das ist diesen Studien ungemein hinderlich; denn wennEicero mit -Recht sagt, daß im Waffengetös' die Gesetze schwei-gen; um wie viel mehr müssen denn nicht unsre Wissenschaftenverstummen, die in stiller Muße geboren und gepflegt wordensind! Es drohet in diesen Unruhen allen freien Künsten undWissenschaften der Untergang, wofern nicht Gott sie in Schutznimmt, und den Machthabern Geneigtheit verleiht, wissenschaft-liche Bestrebungen wieder zu erneuern. Ihr aber verfolgt be-harrlich Euer eben so preiswürdiges, als heiliges Vorhaben.Denn Ihr könnt weder Gott einen angenehmem, noch EurerStadt einen nützlichem Dienst erweisen.
Da jedoch edle Thaten gewöhnlich der Neid verfolgt, sozweifle ich nicht, daß auch Ihr mit unbilligen Urthcilen Mancherwerdet zu kämpfen haben. Aber es ist ja das Kennzeichen deswahrhaft muthigcn Mannes, daß er den Neid, der seine edlenThaten verfolgt, verachtet. Vielleicht, daß Euch auch mit an-dern Schwierigkeiten, welche Eure Absichten zur Förderung derSchule aufhalten zu wollen scheinen dürften, mancher Kampf er-