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einer neuen Schule in Nürnberg rc. 1526.
freundlich aufzunehmen, und gleichsam im eignen Haufe zu be-wirthen. Laßt cs Euch nicht gereuen, zu den übrigen Aierathennoch diesen Schmuck Eurer Stadt hinzugesügt zu haben, welcheschon zuvor durch Rcichthum, Gebäude, Kunstsinn in solcherBlühte stand, daß sie mit jeder der gepriesensten Städte desAlterthums billig verglichen werden kann. Auch hat bis jetztkeine andere Stadt in Deutschland gelehrtere Bürger gehabt,welche, weil sie bei der Staatsverwaltung auch die Wissenschaf-ten in Anwendung brachten, bewirkt haben, daß diese Stadt un-ter allen Städten Deutschlands bei weitem die angesehenste ist.Jetzt aber, da Ihr den Wissenschaften hier einen festen Wohn-sitz begründet, gewinnt die Höhe Eures Ruhmes einen unglaub-lichen Zuwachs. Denn wenn Ihr sortfahrt, unter den Leutenden wissenschaftlichen Eifer anzuregen, werdet Ihr Euch herrlicheVerdienste, zunächst um das Vaterland, zugleich auch um dasAusland erwerben. Unter Eurer Leitung wacker hcrangebildek,wird die Jugend dem Vaterlande zu Schutz und Zierde gerei-chen; denn weder Bollwerke noch Mauern sind dauerndere Schutz-wehren der Städte, als Bürger mit Bildung, Besonnenheit undKlugheit und andern Tugenden geschmückt. Es sprach der Spar-taner: „Die Mauern müssen von Eisen, nicht steinern sein!"Ich aber setze den Schutz einer Stadt nicht sowohl in Waffen,als in Weisheit, Mäßigkeit und Frömmigkeit. Hiernächst wirdaber auch Euer wohlthätiges Unternehmen auf das übrigeDeutschland sich erstrecken, welches, wenn nur Gott Gedei-hen gibt, hieher wahrscheinlich seine Jugend zur Ausbildung undUnterweisung schicken, und für die Tüchtigsten zu Staatsgeschäf-ten diejenigen achten wird, welche in dieser Stadt, als in einemöffentlichen Wettkampfe zur Tugend unterwiesen und in ihr gekräf-tigt worden. So wird der Name dieser Stadt, mit glänzendemRuhme geschmückt, von Fremden den Ausländern zugeführt wer-den, und Ihr werdet Euch durch diese wohlthätige Stiftung dieGemüther der Menschen auf das Innigste verbinden. SolcheBeurtheilung wird Euch, wofern ich nicht irre, mehr erfreuen,als Herrschergewalt.
Obgleich aber diese Stadt in Betracht ihrer vielen Vorzügeselbst mit Massilien und einigen andern Städten des Alterthumswetteifern könnte, so liegt es mir doch näher, Euch jetzt einBeispiel der Städte vorzulegen, welche man in unserer Zeitals blühend rühmt. Am wohlthätigsten für ganz Europa ist kurzvor unserer Zeit Florenz geworden, indem es zuerst die aus