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5 (1830)
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Rede bei der feierlichen Eröffnung

und Gottes Gesinnung gegen die Menschen. So sind im Allge-meinen Völker ohne wissenschaftliche Bildung mehr oder weni-ger roh und wild, führen ein Cyklopen-Leben. Wenn nun dieSitten der Völker in eine ähnliche Barbarei ausarten müssen,wofern sie nicht durch die Wissenschaften zur Tugend, zur Mensch-lichkeit und Frömmigkeit erweckt, und darin gekrästigt werden: sohabt Ihr eben darum rühmlich und weise gehandelt, daß Ihrdie edlen Wissenschaften, die Ernährerinnen aller Tugenden, inEure Stadt gerufen, und Euch beeisert, nach Vermögen sie zuwahren und zu schützen. Es verdient aber weiter Euer Entschlußganz vorzüglich in dieser bedrängten Zeit gerühmt zu werden, wobei den traurigen, politischen Bewegungen den Wissenschaftengänzlicher Untergang droht. Denn wegen einer Verblendung derMenge werden die Schulen verlassen. Manche thörichte Schreiernämlich ziehen von den Wissenschaften ab; ein großer Thcil, fürden Bauch besorgt, wirst sich auf gewinnbringende Künste, seit-dem sie haben die Hoffnungen aufgeben müssen, die Priestcrein-künfte zu schmausen, welche allein sie als Belohnung ihrer An-strengungen betrachteten. Denn wie Viele schenken der Tugendso große Bewunderung, daß sie sich überzeugen, sie müsse unei-gennützig geübt werden! Bei solcher Gefahr für die Wissenschaf-ten kam es nun wohl allen Königen und Fürsten der Staatenzu, des gefährdeten Untcrrichtswesens hilfreich sich anzunehmen.Aber unsere Herrchen sind zum Theil so plumper Art, daß sieden Werth der Wissenschaften nicht begreifen; theils so nieder-trächtig, daß sie cs für ihre Tyrannei nur ersprießlich und för-derlich achten, wenn einmal alle Gesetze, Religion und bürger-liche Zucht gänzlich vernichtet würden. Was soll ich von denBischöfen sagen, welchen unsere Kaiser die Aufsicht über die wis-senschaftlichen Bildungsanstalten nicht weniger, als über die kirch-lichen Angelegenheiten übertragen haben? Es waren auch ur-sprünglich die Pricstercollegien nichts Anderes, denn Schulen, unddamit die Lernenden hinlänglich Muße und Unterhalt hätten, wur-den für die Collegicn die reichsten Einkünfte verordnet. Und eSist gewiß, daß einst von diesen Leuten, wie die übrigen, so vor-züglich die heiligen Wissenschaften nicht ohne Glück getriebenworden sind. Jetzt aber sehen wir, daß es nirgends unversöhn-lichere Feinde der schönen Wissenschaften gibt, als in jenen Prie-sterzünften.

So habt Ihr denn gerade zur rechten Zeit den Entschluß ge-faßt, die aus ihrem Wohnsitze verbannten Wissenschaften gast-