Friedrich von Sachsen. 1525.
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daß er so sehr den Frieden geschützt, daß er, sogar zum Kriege her-ausgefordert, dennoch desselben sich enthalten hat. Gewiß, keinLob mag ersonnen werden, das einen Fürsten mehr verherrlichte!Aber auch himmlischen Ruhms ist er werth! Obgleich nämlichdie Welt Thronen und Reiche meint mit Waffen und Gewaltschützen zu müssen; so preist Christus hingegen die Sanftmü-thigen und Gelassenen selig und verheißt ihnen den Besitz desErdreichs; und bald nachher nennt er die Friedfertigen GottesKinder. Doch waren ihm auch noch besondere herrliche Vorzügeeigenthümlich; so ein ganz vorzüglicher Eifer für die christlicheReligion. Denn cs war ihm der Gottesdienst während seinesganzen Lebens die heiligste Angelegenheit, und da in unfern Zei-ten eine große Verschiedenheit in religiösen Meinungen Statt fand,so ergriff ec doch stets das Beste und das Sicherste. Und wennfrüher statt der Religion nur päpstliche Satzungen, und einigevon Menschen geordnete Gebräuche in den Kirchen gelehrt wur-den, so erfüllte er streng und sorgfältig die sittlichen Forderun-gen, und das gerade deute ich als das Zeichen einer frommenGesinnung. Weil er aber auch jene Gebräuche selbst für dienlichhielt, die Gemüther des großen Haufens für das Streben nachreligiöser Erkenntniß zu gewinnen und dafür empfänglich zu ma-chen, so gründete er Kirchen, ordnete Ceremonieen an, und beriefallenthalben her Religionslehrer. Es ist mir aber auch kund ge-worden, daß er damals, als er das Verlangen nach einer reinernDarstellung des Christenthums tief empfand, oft mit gelehrtenMännern über das Wesen und die Kraft der Rel,'gwn sich un-terredete. Welch' eine hohe, edle Gesinnung! Denn wahrlich! nichtgemeine Geister waren es, die sich's zur Angelegenheit machten,ihre Betrachtung auf die Religion zu richten, und in das We-sen derselben einzudringen! Darin eben erkenn' ich die hohe Gei-steskraft, die wahrhaft edle Gesinnung, die in ihm war, wennich erwäge, welch ein brennender Eifer ihn zur Erforschung derReligion getrieben. Und solch ein Eifer, fürwahr, ist eines Für-sten ganz vorzüglich würdig. Man erzählt, er sei oft unwil-lig geworden, wenn Jemand in Religionssachen menschliche Ver-nunftschlüsse geltend machen wollte; deswegen, sprach er, weil keinso scharfsinniger Schluß aufgestellt werden könne, der nicht eben-falls durch Spitzfindigkeit könne umgestoßen werden. Oft auchsagte er, daß er wünsche, Glaubenssachen möchten nur nachdem Worte Gottes beurtheilt werden. Solche Ansichten truger schon damals in sich, als die Religion durch mönchische Träu-
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