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durch Dr. Philipp Mclaachchoii. 1546.
der hält Mein Wort, und Mein Vater wird ihn lieben; undWir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen!"Zch rede hier von der Summa und den Hauptstückcn, wie die-selben von frommen gelehrten Leuten in unfern Kirchen verstan-den und gelehrt werden. Denn ob schon zu Zeiten Einer deut-licher und geschicklichcr lehret, denn der Andere, dagegen ein An-derer etwa nicht so artig und glimpflich redet, so ist doch dieMeinung in der Hauptsache einerlei bei frommen und verständi-gen Leuten.
In den vergangenen Zeiten, von den Aposteln an bis zuunsrer Zeit, dünkt mich, wenn ich's wohl bedenke, es seien nachdem ersten Anfang, da die Lehre am reinsten gewesen, vornehm-lich vier Aenderungen in der christlichen Kirche nach einandervorgcgangen. Denn erstlich zu der Zeit desOrigenes; wiewohl Etlichegewesen sind, die recht gclehcet haben, dafür ich den Methodiumhalte, welcher des Origenes Allegorie und kindische Auslegungnicht hat zugelaffen; so ist doch bei dem gemeinen Manne dasEvangelium schier für eine Philosophie gehalten und verdunkeltworden durch die Lehre, daß man könnte Vergebung der Sündenverdienen, wenn man äußerlich fromm und züchtig lebte, soviel menschliche Vernunft und Vermögen geben kann, und seidasselbige die Gerechtigkeit, davon der Spruch lautet: „DerGerechte wird seines Glaubens leben." Au dieser Zeit ist derUnterschied zwischen dem Evangelio und dem Gesetz schier garvergessen worden, und haben die Leute gelernt, anders reden,denn der Apostel Schriften lauten. Denn sie haben nicht mehrverstanden, was diese Wörter an sich selber eigentlich heißen:Buchstab, Geist, Gerechtigkeit, Glaube. Wo man nun den na-türlichen Verstand der Wörter verlieret, da können auch die Dinge,die mit solchen Wörtern erstlich genannt sind, nicht mehr ver-standen werden, sondern wird etwas Fremdes dafür verstanden.Aus dieser Wurzel ist darnach ocs Pclagii Jcrthum erwachsen;der hat weit und breit überhand genommen. Also hat Origcnesunter die reine Lehre, welche die Apostel als frische, Helle Brun-nen in die Kirche geleitet hatten, viel Lehm und Koth geschüttet.
Aus daß nun solche Jrrthümec aufs Wenigste zum Lhcilabgcschafft und gebessert würden, hat Gott den h. Augustin er-weckt; der hat die rechten Brunnen ziemlicher Maßen wieder ge-reinigt, und ich zweifle nicht, wenn er in unfern Sachen sollteRichter sein, darüber wir jetzt uneins sind, er würde ganz undgar nult uns znstimmen. Denn so viel belangt die Vergehung