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durch Di'. Philipp Melaiichthvn. 1246.
Also war es zur Zeit der Pharisäer, da dennoch Zacharias,Elisabeth, Maria und Andere mehr die rechte wahre Lehre untersich behielten. Also sind auch vor dieser Zeit viel Leute gewesen,die aus rechtem Herzen Gott haben angerufen, obschon Etlichedas Evangelium nicht so eigentlich verstanden haben, als die An-dern. Also ist auch jener Alte gewesen, der Luthern in seinenSchrecken und Anfechtungen oft getröstet und eine Anleitung ge-geben hat zu der rechten Lehre vom Glauben, wie droben gesagtist. Also sollen wir auch mit Ernst und von Herzen bitten, daßGott förderhin bei Vielen das Licht Seines heiligen Evangeliierhalten wolle. Gleichwie Jesaias für seine Schüler bittet, da erspricht: Versiegele das Gesetz meinen Jüngern. Uebcr das habenwir auch aus dieser Historie zu lernen, wie falscher Gottesdienstund Aberglauben nicht pflegen lange zu bestehen, sondern wirddurch sonderliche Schickung Gottes ausgerottet. Und dieweil solches dierechte Ursach ist, daraus Aenderung und Neuerung folget, daßman desto fleißiger verhüten solle, daß keine Jrrthümer in denKirchen gelehret werden.
Auf daß ich aber wieder aus meine vorige Rede komme vonLuther, ist das auch wohl zu merken, daß er hernach eben so-wohl, als am Anfang, Nichts aus Stolz und eigenem Muth-willen gehandelt, sondern bei seinem Amte blieben ist, also daßer keines Andern Gewalt gebraucht hat, denn in der Lehre undPredigt; sonst hat er allwege gewehret, daß man nicht Kriegansinge, wiewohl er doch hitziger und zorniger Natur war; denner verstand wohl, was für ein Unterschied wäre zwischen einemBischöfe, der die Kirche lehren solle, und zwischen der weltlichenObrigkeit, der das Schwert befohlen ist.
Darum da der Teufel etliche Mal aufrührische Köpfe, alsMünzer und seines Gleichen, entzündet hatte, Unruhe und Lär-men anzuheben, wie er denn allwege Aergcrniß suchet, dadurch ersich unterstehet, die Kirche zu trennen und Gott selbst Schmachanzuthun, und hat Lust und Freude, wenn's übel zugchct, unddie armen Menschen verführt und verderbt werden; da hat Lu-ther solche Schwärmerei heftig gescholten und verdammt, unddagegen die weltliche Obrigkeit und alle weltlichen Ordnungennicht allein gerühmet und verthcidigt, sondern auch mehr gestarketbei dem Volk. Also daß, wenn ich bei mir selbst betrachte, wieoft viel herrlicher Männer aus der christlichen Kirche in diesemStück sich vergriffen haben, kann ich's nicht anders halten, denndaß sein Herz und Gemüth nicht allein durch menschlichen Fleiß