durch Dr. Philipp Mclailchthon. 1546. 85
Herrn, so man dasselbe verkauft, und andern Leuten zucignet;dazu ist vonnöthen gewesen eine gründliche Lehre und Erklärungvom Opfer und rechten Gebrauch der Sacramente. Da aber etlichefromme Leute in den Klöstern gehört haben, daß man der Ab-götterei solle müßig gehen, haben sie zu solchem ungöttlicheil We-sen nicht mehr wollen verbunden sein, und sind davon gezogen.Das hat Lutherum bewogen, daß er über das, so er vorhinvon der Buße, von Verzeihung der Sünden, vom Glauben undvom Ablaß gelehret hatte, weiter auch vom Unterschiede göttlicherund menschlicher Gebote, vom rechten Gebrauch des heiligenNachtmahls und anderer Sacramente und von Gelübden handelte;um dieser Stücke ist der größcste Zank gewesen.
Die Frage von der Gewalt des Papstes hat darnach DoctorE ck vorgebracht um keiner andern Ursach willen, denn daß er denPapst, sammt Kaiser und Königen wider Luthcrn hetzte. Wasaber die Artikel des christlichen Glaubens anbctrifft, die hat Lu-ther rein und lauter behalten, wie sie durch die Apostel, durchdas Eoncilium zu Ricea, und den heiligen Athanasius sind ge-stellet und geordnet worden. Darnach in Ceremonieen und Mcn-schensatzungcn hat er in vielen Schriften weitläufig genug ange-zeigc, was man andern sollte, und aus was für Ursachen.
Und in dem Bekenntnis des Glaubens, so Herzog Hans zuSachsen, Kurfürst, und Philippus, Landgraf zu Hessen, rc. rc.Kaiser Karl dem Fünften auf dem Reichstage zu Augsburg imZahr 1530 überantwortet haben, flehet man wohl, was fürCeremonieen und Satzungen er habe wollen behalten, und welcheForm und Weise ihm gefallen habe in der Lehre und Unterrich-tung der Sacramente. - Auch kann man es wohl sehen in denCeremonieen unserer Kirchen in dieser Stadt, und aus der Lehre,so in unfern Kirchen gepredigt wird, welche Summa und Mei-nung in dem jetzt gemeldeten Bekenntnis ausdrücklich begriffenist. Das Alles sage ich derohalbcn, auf daß fromme Leute nichtallein bedenken, was. für Jrrthum Luther gestraft habe, was fürAbgötterei er habe abgethan, sondern auch wissen, daß er dieganze Lehre, so der christlichen Kirche vonnöthen ist, angenom-men, die Ceremonieen und Kirchcnordmmge» wieder gebessert,und gottesfürchtigcn Leuten ein Exempcl vorgcstellt habe, wieman die Kirchen recht anrichtcn solle. Solches soll man wissen,und ist nütze, daß die Nachkommen auch berichtet werden, waSLuther für recht und gut gehalten habe oder nicht.