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5 (1830)
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durch Dr. Philipp Melanchtho». 1546.

beten, also daß fromme verständige Leute zu solcher Lehre nuneine Liebe gewonnen, und der Sophisterei feind geworden, damitdie Schulen und Mönche vorhin umgcgangen waren. Es begabsich Luther auch selbst auf beide, griechische und hebräische Sprache,und lernte dieselbe eigentlich und fleißig, damit er seine Lehreaus dem rechten Brunnen schöpfen möchte, und also den rechtenVerstand desto gewisser finden könnte.

Dieweil er aber damit umging, kam ein Predigermönch indieses Land, genannt Tetzel, ein unverschämter Lecker, und ver-kaufte hin und wieder Ablaßbriefe; der machte mit seinen un-christlichen, gotteslästerlichen Predigten, daß Luther (als dereinen rechten Ernst und Eifer hatte zur Gottesfurcht) etliche Ar-tikel ließ ausgehen von dem Ablaß, die nun im ersten Thcileseiner Bücher gedruckt sind, und schlug dieselben öffentlich an dieSchloßkirche zu Wittenberg auf Allerheiligen Abend im Jahr 1517.

Da hielt sich Tetzel, wie zuvor auch, und damit er möchtebei dem Papst zu Rom Dank verdienen, sammlcte er einen Rathvon etlichen Mönchen und sonst von erlichen losen Sophisten undSchulgclehrten; denen befahl er, wider Luthcrum zu schreiben.Damit man aber nicht meinte, er wäre vergebens da und könnteallein Nichts, hob er an wider Luther zu donnern und zu hagelnin seinen Predigten, und rief allenthalben, man sollte den Ketzerverbrennen; und warf seine Zsttikel und Predigten von den Ab-laßbriefen öffentlich in's Feuer. Durch solches Wüthen und Ra-sen des Tetzels und seines Anhangs ward Luther gezwungen,weiter von der Sache zu handeln und die Wahrheit zu vertheidigen.

Daher ist nun der ganze Hader gekommen, wiewohl Lutherdamals noch Nichts geträuwet hatte von Veränderung der Cere-moniecn in der Kirche, verwarf auch die Ablaßbriefe noch nichtganz, sondern begehrte allein, daß man nicht so grob davon re-dete. Darum lügen ihm 'alschlich an Alle, die da vorgeben, erhabe darum am Ablaß artzefangen, damit er den Leuten einenSchein machte und ein ander Regiment anrichte, dadurch dar-nach er selbst oder sonst Leute desto mehr Macht und Ansehenbekämen; und ist gar Nichts dran, daß der H. von Braunschweigschreibt, er habe sich Fürsten Rede und Hofleute dahin lassenbewegen. Denn Herzog Friedrich ist sehr bekümmert gewesen,um solcher Uneinigkeit und Gezankes willen, als der gar weit inden Handel gesehen, und wohl verstanden hat, daß solches Feuermit der Zeit weiter würde um sich fressen, obschon der Anfang gutwäre, wie auch der heidnische Poet Homerus schreibt vom Zank:

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