Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
66
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(><i Rede über der Leiche Dr. Marti» Luthers,

und doch daneben viele schöne Auslegungen, welche voll tröstlicherchristlicher Lehre sind, geschrieben, und vielen armen, irrigen undbeschwerten Gewissen mit christlichem Rath und Trost geholfen.

Und dieweil die vornehmsten Hauptstücke göttlicher Lehre hochund weit über menschlichen Verstand sind, als: die Lehre vonVergebung der Sünden und vom Glauben, so muß man dabeiabnchmen und bekennen, daß er von Gott gclehret sei; so habenauch Viele unter uns selbst gesehen, was er für hohe geistlicheKampfe gehabt, in welchen er gelernct, daß man müsse durchGlauben gewiß schließen, daß wir von Gott zu Gnaden ange-nommen und erhöret werden.

Darum ist kein Zweifel, fromme christliche Herzen werdenfür und für bis zur Ewigkeit die göttliche Wohlthat rühmen undpreisen, die Er durch diesen Dr. Luther Seiner Kirche gegeben, undwerden erstlich Gott dafür Lob und Dank sagen, darnach auchvor aller Welt öffentlich bekennen, daß sie dieses thcurcn Man-nes treuer Fleiß und Arbeit, in Schriften und Predigten, Vielgebessert, und ihm dafür dankbar zu sein schuldig sind, obwohldie andern Epikuracr und gottlosen Leute, welche die ganze KircheGottes und der Kirche Lehre und Regierung verlachen, solchehohe Tugend stolz verachten, und für unnützes, nichtiges Kinder-werk, oder auch für lauter Thorheit halten. Es sind auch nicht,wie die Naseweisen sagen, vergebliche, unendliche Gezanke undDisputationen erregt, die Niemand verrichten könne, und ist nicht,wie Etliche höhnisch davon reden, solche Lehre in die Kirche ge-streuet, darüber man sich nur zanken und hadern solle, wie diePoeten sagen, daß etwa ein schöner, lustiger Apfel unter etlicheJungfrauen geworfen, darüber sie sich unter einander zankten.Diese Lehre ist auch nicht finster, dunkele Räthfel, die Niemandverstehen könne; denn verständige, gottesfürchtige Herzen, unddie nicht muthwillige Sophisterei und Verkehrung rechter Lehresuchen, können leicht sehen und verstehen, so sie die Artikel wi-derwärtiger Lehre gegen einander halten, welche der göttlichenLehre gemäß sind, und damit überein stimmen oder nicht; jacs ist bei allen Gottesfürchtige» diese Religionssache schon erör-tert und gewiß beschlossen, welches die rechte wahrhaftige Lehresei; denn dieweil sich Gott hat wollen offenbaren und zu erkennengeben durch der heiligen Propheten und Apostel Mund undSchrift, soll man nicht dafür halten, daß solches Wort undSchrift ungewiß und unverständlich sei, als der Sibylla, oderdergleichen dunkele Reden und Weissagungen.