am 22. Februar 1546.
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Er hat auch erkläret die rechte paulische Lehre, welche sagt,daß der Mensch allein durch den Glauben vor Gott gerechtwerde; item, er hat auch gezeigt und mit Fleiß gclehrct den nö-thigen Unterschied zwischen dem Gesetz und dem Evangclio, undzwischen der hohen göttlichen Gerechtigkeit des Geistes, und deräußerlichen weltlichen Zucht oder Frömmigkeit. Also hat er auchgelehret, was rechte Anrufung Gottes sei und wie die geschehensoll, und hat die ganze Kirche gewiesen von der heidnischen Blind-heit und Unsinnigkeit, so da träumet, man könne Goit anrufen,obgleich die Herzen in heidnischem Zweifel liegen, und in solchemZweifel vor Gott fliehen u. s. w. Dagegen hat er die Leute un-terrichtet, daß rechte Anrufung geschehen müsse i m Glauben undgutem Gewissen, und hat uns allein gewiesen zu dem ein-zigen Mittler, dem Sohne Gottes, Der da sitzet zur Rech-ten des Vaters, und bittet für uns; nicht zu steinernen oderhölzernen Bildern und Götzen, noch zu todtcn Menschen oderverstorbenen Heiligen, wie der große Haufe gottloser Leute inschrecklicher Blindheit zu solchen Götzen und Tobten Zuflucht hatund sie anbetet.
Er hat auch mit treuem Fleiße gelehret von rechten gutenWerken, die da Gott gefallen, und hat dieß gemeine christlicheLeben des weltlichen regierenden, und aller anderer Aemter undStände also geziert, gepriesen und vertheidigt, daß begleichen inkeinen andern Schriften also zu sehen ist.
Und endlich hat er von den rechten, nöthigen, christlichenWerken unterschieden und abgesondert die kindische Ucbung in Eere-monieen, und anderen Satzungen und Geboten, von Menschen ein-gcführt, dadurch rechte wahrhaftige Anrufung Gottes verhindert wird.
Zu dem, damit die reine christliche Lehre auch auf die Nach-kommen fortgepflanzet und erhalten werden möge, hat er derPropheten und Apostel Schriften in deutsche Sprache verdolmet-schet, so licht und klar, daß diese Dolmetschung viel mehr Lichtund Verstand gibt dem christlichen Leser, denn viele andere großeBücher und Commentarii. Darüber hat er selbst auch viele schöneAuslegungen etlicher Bücher geschrieben, von welchen auch Eras-mus also geurtheilet, daß sie weit besser und nützlicher seien, dennaller Anderer Auslegungen, deren Schriften vorhanden sind. Undwie von Denen, so die Stadt Jerusalem wieder baucten, ge-schrieben, Nehcm. 4 , daß sie „mit einer Hand am Bau arbei-teten, und mit der andern das Schwert sicherten"; also hat erzugleich auch wider die Feinde der reinen Lehre müssen fechten,