Philipp Mclanchthon. 1ZZ9.
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zur Leitung der menschlichen Angelegenheiten berufen sind, Ver-achtung gegen Gott, welche, obgleich Er ihnen gleich als in einerSchlachtordnung ihren Posten zugctheilt, doch ihrer Pflicht nichtwahrnehmen, noch sich um die Erwerbung der Fertigkeiten be-mühen, ohne welche sie doch ihren Posten durchaus nicht behaup-ten können. Sodann verletzen sie auch das allgemeine Recht dermenschlichen Gesellschaft, indem sie die ihr schuldigen Dienste zuleisten nicht im Stande sind. Und wenn sie meinen, nur umihrer selbst willen geboren zu sein, um sich gütlich zu thun, undzügellos allen Genüssen sich hinzugeben, kann man sie dann fürEtwas mehr, als für ein gigantisches Geschlecht halten? Ganzanders dachte Achill, der aus die Frage des Ajax, welches dieschwersten und mühevollsten Arbeiten waren, denen er sich je un-terzogen, antwortete, die, welchen er für seine Freunde sich unter-zogen hatte. Und als Ajax ferner fragte, welche unter allen, dieer je übernommen, die angenehmsten gewesen, antwortete Achill:dieselben; und wollte damit ausdrücken, wie der wahre Held voneinem unbegcanzten Eifer brennt, dem Staate nützlich zu sein,und angespornt von demselben, den beschwerlichsten Unternehmun-gen sich unterzieht, nicht um seine eigenen, sondern die Vortheiledes Gemeinwesens zu fördern. Von solcher Begeisterung fort-gerifsen, ist ihm denn Nichts süßer, als die schwierigsten Geschäftesogar, wofern sie nur dem allgemeinen Besten dienen, auszufüh-ren, gleich wie einem Musiker die schwierigsten Particen seinerKunst das meiste Vergnügen gewahren. Achill hat ein vortreff-liches Wort gesprochen, und mag auch nicht in Allen eine ähn-liche Lebhaftigkeit des Geistes sich finden, so liegt es doch Allen,die einst Andern verstehen wollen, wesentlich ob, Liebe zum Staatein sich zu tragen, und eiscigst dahin zu streben, um einst, mitden ausgezeichnetsten Fertigkeiten ausgerüstet, dem Staatsdienstesich widmen zu können. Denn oft nehmen auch die lebendigemNeigungen in edlen Naturen, wofern sie nicht durch wissenschaft-liche Bildung geregelt worden, eine falsche Richtung. Wie außer-ordentlich daher auch die Geisteskraft des Herkules war, so wurdeer doch Lehrern übergeben. Denn es ist ein Gedicht Theokritsvorhanden, welches sechs Lehrer desselben aufzählt:
„wissenschaftliche Bildung erhielt der Knabe vom arciscn
Linus."
Aber nicht nur als Jüngling erlernte er die Wissenschaften,sondern genoß noch als Greis den Unterricht des Atlas über dieBewegung der Gestirne. Wie unterrichtet und gebildet Achill ge-
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