Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
52
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52 Dem Hochgebonic» cdlcn Grasen Joh. v. Weda rc.

wesen, erzählt Homer, indem er ihn den Ruhm gefeierter Heldenzur Kvthara singen läßt, woraus hervor geht, daß er sowohl dieGeschichte, als auch die übrigen Wissenschaften seiner Zeit, sowie die Musik, erlernt hatte. Wie hatte ec auch sonst auf seinSchild die Ordnung des Himmels und der Elemente und dieGestirne malen lassen, welche Norden und Süden thcilen, wenner Nichts mehr als ein roher geistloser Krieger gewesen wäre!Doch das sei genug aus der Dichtung. Alexander, ohne Zweifelder talentvollste unter allen Königen, hatte nicht nur die haupt-sächlichsten Wissenschaften, sondern auch die ganze Philosophieund die Heilkunde erlernt. Und gesetzt auch, daß der Kriegersolche Wissenschaften, welche sich mehr auf friedliche, bürgerlicheVerfassung beziehen, nicht nöthig hatte, so spricht doch die Sacheselbst dafür, daß der, welcher in Friedenszeiten Regicrungsgc-schäften sich widmen, und bei öffentlichen Berathungen gebrauchtwerden soll, jeden Falls in allen Fachern der Wissenschaft Kennt-nisse besitzen muß. Denn auch Augustus hatte wahrend seinerfriedlichen Regierung weder die Gesetze verbessern, noch Rechts-pflege begründen und leiten können, hatte er nicht vielfache Kennt-nisse besessen, und die gelehrtesten Männer, als einen Trebatius,Eapito, Äsinius u. A. m. zu Rathe gezogen.

Wollte ich die übrigen griechischen und römischen -Fürsten alleaufzahlen, welche sich durch Gelehrsamkeit ausgezeichnet, welch'ein langes Verzeichnis; würde das werden? Und doch sprach iri-dis jetzt von solchen Fürsten, welchen die wahre Religion unbekanntwar. Eine wie viel größere Verbindlichkeit haben nun die auf sich,welche nicht nur über die Erhaltung der bürgerlichen Ordnungwachen, sondern auch auf die Religion ihre Negcntenpflicht über-tragen sollen? Denn allen Denen, welche den klebrigen vorgesetztsind, hat Gott als hauptsächlichste Verpflichtung die aufgelegt,darauf zu sehen, daß die Menschen über Gott richtigen Unterrichterhalten. Denn wie der vorzüglichste Grund, warum die Men-schen bestimmt sind, in geselligen Vereinen zu leben, der ist,daß ei» Theil von ihnen die klebrigen über Gott und SeinenWillen belehren könnte, so sollen die Schiedsrichter in dieser hoch-wichtigen Angelegenheit vor Allem die Obrigkeiten sein.

Wie können aber diese ohne einen großen Vorrath von Kennt-nissen die Rcligionsangelcgcnhcitcn leiten? Oder ist etwa anzu-nehmen, Eonstantin würde, wofern er nicht mit seiner Frömmig-keit zugleich große Gelehrsamkeit verbunden hätte, die von Ariuserregten Streitigkeiten haben verstehen, oder darin entscheiden