Dem Hochgebornen, edlen Grafen 2oh. v. Wcda rc.
hat Ec unS den Verstand verliehen, der unsere Pflichten erfor-schen und zum Gehorsam uns antrciben sollte. Dazu fugte Erauch ein Gebot für die Aeltern, damit sic zeigen könnten, daßsie ihrem Schöpfer gern folgsam sein wollten, und sich verpflich-tet achten möchten, Ihm zu gehorchen. Waren sie nun gehorsamgewesen, so würde das Menschengeschlecht ohne Sünde und ohneden Tod gelebt haben; eine viel hellere Erkenntnis Gottes würdedas Leben erhellt, in unserm Herzen würde eine mächtige Liebezu Gott geflammt habcn, und wir würden, ohne böse Begierden,Gott gehorsam gewesen sein.
Aber der Teufel tauschte aus Haß gegen Gott, um sein gött-liches Werk zu schänden, unsre Aeltern, indem er ihnen betcüg-lichen Wahn vorhielt, hüllte er ihre Selen in Finsterniß, damitsie nicht daran denken sollten, wie viel sic Gott verdankten, undwie ernstlich Gott fordere, daß wir von Seinem Worte nicht ab-wcichen sollen. Aus diesem Antriebe stürzte er sie in's Verderben,indem sie das Gesetz übertraten und Gott erzürnten. Weil nunAlles, was Gott geschaffen, gut war, so ist'die Sünde nichtvon Gott, sondern vom Teufel und dcm Willen des Menschenausgegangen. Daraus folgte denn der Tod und die Herrschaftder Schlange, welche feindselig gegen das menschliche Geschlechtwüthet, und über die Menschen alles Elcnd häuft.
Damit jedoch Verehrer Gottes und Verkündiger Seines Na-mens in der Welt übrig bleiben möchten, wellte Er das Men-schengeschlecht nicht ganz untergchen lasten; darum verhieß Er,nach Seiner wundervollen Erbarmung unsrer Mutter einen Nach-kommen, um welches willen Er der Menschheit verzeihen, unserhören und beglücken, uns ewiges Leben, Licht, Weisbeit undGerechtigkeit wieder verleihen wolle. Gegen diesen Nachkommenaber wird sich vorzüglich die Schlange mit furchtbarer Feindschafterheben; sie wird ihre Zähne in seine Ferse schlagen, und Alle,die Ihm angehören, grausam zerfleischen. Doch wird das Hauptdieser Schlange von jenem Nachkommen zertreten werden; dennin Ihm wird eine göttliche Natur wohnen. Darum wird Ecauch den Tod vernichten und die tyrannische Schlange in furcht-bare O.ualen hinab stürzen.
Auch glaube ich, daß die Opfer, welche ich den Vater ver-richten sehe, Zeichen sind des Opfers, welches jener Nachkommefür uns zur Versöhnung Gottes darbriugen wird. Denn auf dieseWeise eben wird uns Gott gnädig, wenn wir glauben, daß Ernicht wegen unsrer Opfer, sondern um jenes Nachkommens wil-