14 Antwort auf eine im Aufträge dc§ nieder» Klerus zu Cöln
halten, offenbare, dem Heidnischen schon ähnliche Verirrungender später» Zeit zu befestigen. Mag auch Basilius die Märtyreralso anreden: „Ihr Trefflichen, die ihr unserer Verehrung theil-haft seid-, ihr Mitförderer unsers Gebets, die ihr vielvermögendeGesandte seid"; so darf man doch nicht die Sitte dieser Zeitbcibehalten, wo Alles voll Bilder ist, an die man die AnrufungGottes entweder, oder Verstorbener knüpft, und wie man vomNeptun einst günstige Schifffahrt, von der Ceres reiche Früchteerflehte, gleicher Weise jetzt Vermittler aller Art anruft. Da esdenn nun ausgemacht ist, daß die alte Sitte der spätem gänzlichungleich ist, so laßt jene einzelnen, wenigen Beispiele, und kehrtzu der wahren Richtschnur, nämlich zu den prophetischen undapostolischen Schriften zurück. Der Stein, sagt Basilius, mußnach der Richtschnur gefügt, die Richtschnur darf nicht nach demSteine verschoben werden. Die Beispiele, sagt man gewöhnlich,müssen zu den Gesetzen paffen.
Das hier über die Zeit der alten Schriftsteller Gesagte, magauch in Bezug auf das klebrige gelten. Denn es war jenes Zeit-alter nicht ganz ohne Gebrechen, und doch erwähnt Hieronymusim Streit mit Vigilantius in Ansehung der Verehrung der Ver-storbenen weder der Anrufung, noch wird deutlich gesagt, wasLheodosius gcthan. Gesetzt aber, es wäre gewöhnlich gewesen, zusagen: „Bitte, o Paulus, für mich!" so war es doch gleich-sam wie bei Pflanzen ein Same, nämlich des Jrrthums, undmit diesem Samen muß man nicht die Tollheit neuerer Zeitenbekräftigen wollen.
Aber man muß doch, schreiet Ihr, der Schwachheit desVolks und der öffentlichen Ruhe Etwas nachgcben! Was ist'sdenn nur für ein großes Unglück, sprecht Ihr, wenn nun auchder gemeine Hause in frommem Ircthum Verstorbene anruft, undbei gewissen Bildern Hilfe sucht! Zu allen Zeiten hat der ge-meine Hause seine Thorheiten! Solcher weisen Rede stellen wirdas entgegen: Die Anrufung Gottes ist die gemeinsame, aller-wichtigste Angelegenheit; ganz eigenthümlich scheidet sie von denübrigen Völkern die Kirche Gottes. Es gibt Viele, und hat de-ren Viele gegeben, bei denen, wiewohl sie den wahren Gott nichtgekannt, doch alle übrigen bürgerlichen Tugenden sich fanden; soAristides, Scipio, Pomponius Attikus. Aber Eins fehlte ihnen —die Anrufung Gottes. Ueber diese muß die Kirche Belehrung er-theilen. Sie ist die Burg der Frommen, wie es im Salomoheißt (Sprüche 18, 10.): „Der Name des Herrn ist ein festes