Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
Seite
13
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herausgegcbenc Schrift.

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cs war noch nicht eine Erwerbsquelle. Vielleicht mochten wohl auchEinzelne im Stillen Verstorbene anrufen. Jedoch gab's noch keineBilder; noch waren unter die Tobten besondere Geschäfte nicht ver-theilt; Anna leistete noch nicht, gleich der Juno (Geburts-) Hilfe;noch stand Georg nicht den Neitern bei, wie Kastor und Pollux; eswar mit Einem Worte der Same ausgestreut, der zwar noch un-merklich war, doch aber das Licht des wahren Glaubens schonverdunkelte. Dem stellte man sich nun mit größerem oder gerin-gerem Ernste entgegen. Epiphanias erzählt, cs hätten zu seinerZeit in Syrien Frauen das Bild der Maria umher getragen, undihr Kuchen, und ich weiß nicht, was sonst noch, geopfert. DiesenGebrauch zählt er unter die Ketzereien, und sagt, er wäre alseine Nachahmung heidnischen Unsinnes, durch die Wachsamkeitund das Ansehen der Bischöfe unterdrückt worden. Jetzt gilt csals besondere Frömmigkeit, die Maria anzurufen, und sie mitGeschenken zu überladen. Wenn Ihr daher uns Beispiele ausdem Altcrthum entgegen stellt, so entgegnen wir, daß wir, wieschon oben gesagt, an der Uebereinstimmung der katholischen KircheChristi getreulich festhalten, und versichern, daß wir hinsichtlichder Symbole von den bewährten Schriftstellern des Altcrthumsin unsrer Meinung nicht abweichen, meinen auch, daß jenes Zeit-alter auch in den übrigen Meinungen mit uns übereinstimmt,wenn man dasselbe richtig aufsaßt. Denn wenn auch jene Schrift-steller selbst oft nachlässig sich ausdrücken, und bei Einzelnenmanche Beispiele gefunden werden mögen, welche unfern Gebräu-chen entgegen sind, so stimmt doch fast durchgängig der allge-meine Gebrauch der Kirche mit uns überein. Das Abendmahldes Herrn wurde durchgängig gemeinsam gefeiert, wenn man auchvielleicht ein Beispiel finden sollte, wo Einer nach seinem beson-dern abergläubigen Wahne von einem darzubringenden Opfer fürsich insonderheit, die allgemeine Gewohnheit veränderte. So rie-fen auch Einige Verstorbene an. Denn allmälig drängte dieserAberglaube sich ein.

Auch gilt der von Euch gebrauchte Beweis nicht: Das istzur Zeit der Väter geschehen; man behalte also die gegenwärtigeWeife bei! Denn sie ist ja der frühem nicht gleich! Gerade, alswollte Jemand behaupten: Der Vater läßt's geschehen, daß derSohn bisweilen einem Schmause beiwohnt; darum wird er's auchmüssen zugeben, wenn er ein liederlicher Nachtschwärmer undNachsteller der Unschuld sein wird. So sucht Ihr durch solcheBeispiele des Alterthums, welche weniger Verderbliches noch ent-