Druckschrift 
5 (1830)
Entstehung
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herausgegcbene Schrift.

Cyprian findet sich Einiges, was zu hart erscheint, ais daß esgebilligt werden könnte; so, wenn er spricht, die Absolution seinicht giltig, wenn nicht jener Ritus der Genugthuungen dazukomme.

Ein Schatten solcher alten Sitte besteht noch in den Fallen,wo man sich eines Mörders versichert (durch ein äußeres Zeichen,Brandmal u. s. w.), welcher Gebrauch nicht erst nach der ApostelZeit entstanden ist. Sondern es ist bekannt, daß cs auch bei denHeiden Malzeichen der Schuldigen gab, welche Mörder an sichtrugen, wie wir von Orest und Adrast lesen. Diese Zeichen tru-gen sie so lange, bis sie durch einen bestimmten Ritus cntsün-digt waren. Meines Dafürhaltens aber ist diese Eeremonie vonden ältesten Vätern in der Absicht angeordnct worden, um An-dere vom Umgang mit Mördern nbzusondern, und damit roheLeute lernen sollten, sowohl freventlichen Mord zu meiden, alsauch Mörder zu verabscheuen. Aber cs verdienen diese Beispieleweder Erlaß der Schuld, noch der Strafen, die Gott verhängt,sondern Gott will vielmehr die Strafen selbst als Zeichen derVerschuldung von uns angesehen wissen. Wenn z. B. David ausseinem Reiche vertrieben, und seines großen Ruhms in Ansehungder Königswürde nicht nur, sondern auch seiner Weisheit undTapferkeit entkleidet wird, so wird der von Gott Entblößte gleich-sam mit dem Zeichen der Schuld bekleidet; hier erkennt er denZorn Gottes, erkennt sich für schuldig, uud ruft aufrichtig aus:Vor Dir allein bin ich Sünder, ein schuldvolles Wesen, damitDu gerechtfertigt seist in Deinen Worten" (Psalm 51, 6.). Sosollen wir auch die allgemeinen und besondcrn Strafen, den Tod,Krankheiten und anderes Ungemach nicht als Zufälligkeiten be-trachten, wie die Epikureer träumen, sondern als Zeugnisse desgöttlichen Zorns gegen die Sünden, und uns als Schuldige an-erkennen, und zum Sohne Gottes unsre Zuflucht nehmen, derdie Versöhnung geworden. Doch ich breche jetzt ab von diesemArtikel, wiewohl Nichts heilsamer ist, als in der Kirche oft undnachdrücklich von der allgemeinen Buße zu reden, und das, weißich, geschieht von den Unsrigen mit vielem Fleiße. Doch jenerwohlgemästete Mönch, der das BuchDelectorum" geschrieben,thut, wie die Heuchler pflegen; er fordert Genugthuungen, welcheer selbst keineswegs leistet. Es ist keine Aufgabe für ein träges,sicheres Gemüth, von der hohen Bedeutung der Sünde, vomZorne Gottes, vom Glauben zu predigen, der die Vergebung em-pfangt, sondern das ist die cigenthümlichc und geheime Weisheit