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5 (1830)
Entstehung
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10
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10 Antwort auf eine im Aufträge des Niedern Klerus zu Cöln

klärt, und erdichtet haben, durch dieselben würden die Strafendes Fcgfeucrs abgekürzt, auch wenn sie von Solchen vollbrachtwürden, welche nicht in der Gnade standen. Später ist aus die-ser Quelle die wahnwitzige Lehre vom Ablaß hervorgegangen. Obsie vielleicht diese Possen und diesen Trug dem Volke auf's Neueaufzubürden beabsichtigen, da sie so angelegentlich für den NamenGenugthuung fechten, ungeachtet Bucer darüber Nichts behauptethatte, da er andere Gegenstände in seinem Buche verhandelte!

Ich weiß, daß zu der Becathung jenerDelectorum" (Aus-schusses) einige verständige Männer gezogen worden sind, welchemitunter geäußert haben, daß sic öffentliche Eintracht wünschten,jedoch so, daß das Licht der wahren Lehre erhalten würde. Wiemag aber je Eintracht zu Stande kommen, so lauge man cs derWillkür solcher Ränkeschmiede gestattet, die Kämpfe unaufhörlichzu erneuern? Daß er aber sagt, es sei durch den Geist derSchrift mit bestimmten Worten die Genugthuung ausgcdrückt;nun welche denn? Wir wissen, daß Fromme durch völlige Bußeund gute Werke Milderung der gegenwärtigen Strafen erlangen,wie geschrieben steht:Bekehret euch zu Mir, so will Ich Michzu euch bekehren" (Mich. 2, ff.). Aber in welcher Beziehungsteht das zu jenen alten Genugthuungsgebräuchen, oder zu demSchatten, der noch davon vorhanden ist? Oder meint etwa derVerfasser, die Propheten reden von Wallfahrten zum heiligenJakob, oder zum Kopfe der h. Anna hier in der Nachbarschaft?Da siehst du, lieber Leser, die Aufrichtigkeit des Verfassers, wenner, nach einem Schatten von Genugthuungen prophetische Aus-sprüche verdreht, die von dem ganzen Werke der Buße, vonwahren Gottesdiensten, von wahren schuldigen Werken, nichtaber von solchen handeln, von welchen es heißt:Vergeblichdienen sie Mir mit Menschengebotcnl" (Matth. 15, 9.)

Ueber den Gebrauch, der zu Eyprians Zeit herrschte, Hab'ichanderwärts genug gesagt. Es bezog sich derselbe weder auf Erlaßder Schuld überhaupt, noch der Strafen im Fegfcuer; Niemandhatte noch von solchen Possen geträumt, sondern dieser Gebrauchhatte andere, bürgerliche Ursachen. So war es z. B- dienlich,Gefallene, solche, die den Glauben verläugnet over verfälscht hat-ten, gleichsam durch eine äußerliche Beschimpfung zu bezeichnen;denn solche Vergehungen bestraften die Heiden nicht. Es warauch zweckmäßig, die Gesinnung derselben zu erforschen, ob sieden ernstlichen Vorsatz der Besserung hatten. Und doch wuchsdurch Aberglauben die Strenge dieses Gebrauchs, und schon bei