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Zweiter Band (1844)
Entstehung
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erkennen, an dem Lächeln, das auf ihren Lippen schwebt, an ihremvon Haß und Spott erfüllten Angesicht. VerfluchtePossenreißer,"welche den Prediger mit der Lustigkeit eines Studenten anhörcn und beiseinen evangelischen Ausfällen kalt bleiben wie Stein; wenn sie ausdem Tempel hinweggehen, die Reden Meister Calvin's commentiren,und sich an seinen Albernheiten mit ihren Possen rächen, die er vonder ehemaligen Sacristei des Tempels aus mit anhören kann, wohiner sich begeben hat, um sich die Stirne abzutrocknen und auszuruhen.Dieses Gelächter währt den ganzen Tag hindurch und erneut sich amAbende in den Schenkstuben Genf's. Calvin hat keine Barmherzigkeitfür dieseStichler;" er drückt, bedrängt und verfolgt sie mit seinemZorne: seine Rede gleicht nicht einem Feuer von Werg, wie alltäglich,wenn sie sich an den Krämertroß wandte, der seiner Uebelthaten wegenaus Lyon verjagt wurde: sie brennt wie ein flammender Strauch; denndiese Possenreißer stellen die schlechten Bürger und die Verläugner desPredigers vor. Die Nolle Calvin's ist höher gestellt; er ist ein Tri-bun. Höret, wie er von den Libertinern spricht:

Es ist mir nichts an den Spöttern gelegen, welche sagen, daßwir dabei sehr zu unfern Gunsten reden; ich will nicht, daß sie sichanschließen, und kümmere mich nicht um sie, wie man glaubt. Das-selbe gilt mir von all den Philosophen, die ihre Aussprüche thun,ohne daß sie wissen, was sie sagen; denn weil sic Gott nicht hörenwollen, der zu ihnen spricht, um sie zu belehren, lade ich sie vor sei-nen Richterstuhl, wo sie ihr Urtheil hören werden, dagegen eskeine Einreden mehr gibt. Weil sie sich jetzt nicht würdigen, ihn alsden Meister anzuhören, werden sie dann ihren Richter mit Zähneknir-schen vernehmen. Dann werden die Klügsten und Listigsten finden,daß sie sich verrechnet haben. Sie mögen so durchtrieben sein, als siewollen, um das Recht zu verdrehen oder zu verdunkeln; ihre gesticktenKappen, in denen sie sich im Spiegel besehen und sich dabei blenden,werden ihnen ihre Sache nicht zu einer gewonnenen machen. Ich sagedieß, weil die Rathsherrn, Richter und Advokaten sich nicht nur unter-stehen, vor Gericht gegen Gott zu sprechen, um das Vorrecht zu haben,über ihn zu spotten, sondern auch die ganze heilige Schrift verwerfen,um ihre eigenen Lästerungen als unumstößliche Beschlüsse auszugießen. Unddiese Fratzengcsichter sind so stolz, daß sie keine Einrede der Wahrheitmehr erdulden können, wenn sie einmal ihr Wort ausgesprochen haben."

Dabei sage ich ihnen, daß es besser wäre, wenn sie bedächten,welche schreckliche Rache allen Denjenigen bereitet ist, welche die Wahr-heit in eine Lüge verkehren. Die Doctoren sollen sich hier auf keine