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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
239
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muthvoll gekämpft hatten. Die Edelsten unter ihnen sind erlegen, undihr letzter Laut war ein Ruf der Freiheit, den Gott nicht vernahm,weil jede Verletzung der Autorität ein Verbrechen ist. das er früheroder später bestraft, und dessen sich die Patrioten schulvig gemacht hat-ten. Es ist jedoch schwer, dem unglücklichen Muthe ein wenig Mitleidzu versagen, insbesondere, wenn er mit so ungleichen Waffen kämpft.Auf der einen Seite Calvin mit all seinem Genie, all seiner List, allseiner Heuchelei, seinen Angebern, seinen Weitesten, seinen Blut- undFeuer-Gesetzen, mit Colladon und der Folter, mit seiner Kanzel, diezur Beschimpfung seiner Feinde immer offen steht, und seinen Raths-versammlungen, die von Flüchtlingen voll sind, denen er das Bürger-recht geben liest; auf der andern Seite Einige unter dem Namen Li-bertiner bekannte Männer, ohne Oberhaupt, ohne Einheit, gröstten-theils ohne Glück, und ohne andere Hilfe, als die im Volke tief einge-wurzelte Neigung zur Unabhängigkeit. Sie verloren den Muth nicht,und bekämpften den Theokraten mit dem Spotte, einer Waffe, welcheder Despotismus fürchten must; aber nur in großen Staaten. IhreRednerbühne war immer noch im Wirthshause. Alle Bemühungen desReformators vermochten dem Volke diese letzte Zufluchtsstätte der Freiheitnicht zu nehmen. Sie weinte, diese ganz blutige Freiheit, über dasLoos ihrer Söhne, welche der Despot alle Tage in die Verban-nung oder auf das Schaffst brachte. Sie hatte Thränen für alle Un-terdrückte, welcher Religion sie angehören mochten. In jenen Schenkstubenwurde das erste Exemplar von dem Pamphlete des Bellius gegen dieTodesstrafe der Ketzer verlesen, übertragen und erklärt. Bisweilenwurden die Seufzer mit Flüchen gegen einen Tyrannen unterbrochen,oder mit Gebeten zu Gott. Der Tyrann hörte den Fluch: das Gebetwurde von Gott nicht erhört. Bisweilen erhob sich jedoch der Kampfwieder, der beendigt zu sein schien; er wechselte plötzlich sein Aussehen.Vom Jahre 1551 bis 1552 hatten die Libertiner ihre schönsten Tage:sie bewirkten, daß eine große Anzahl von Flüchtlingen, die^an Calvinverkauft waren, das Bürgerrecht niederlegen mußten, und brachten esdahin, daß Einwohner, welche nicht Bürger waren, keine Waffen tragendurften und daß diel Prediger vom allgemeinen Rathe ausgeschlossenwurden?)

Montesquieu sagte:Es gibt keine grausamere Tyrannei, als jene,welche man im Schatten des Gesetzes und mit dem Anscheine der Gerech-

te lt^r^, krveis, äce. ?. 277, t. I.