Die angeblichen Perioden von Keines Napoleonkultus. 289
ein abschließendes Gesamturteil, als eine Schilderung derStimmung und der Gefühle des Jungen Deutschland gegen-über der „Bundesroheit der Despoten". Von diesem Stand-punkt aus konnte man immerhin schreiben: „Wir wußten sehrgut, daß . . . man in jenem einzigen Manne auch uns schlug,auch uns verhöhnte, auch uns kreuzigte, daß der,Bellerophon'auch uns transportierte, daß Pudson Lowe auch uns quälte,daß der Marterselsen von St. Pelena unser eigenes Gol-gatha war und unsere erste Leidensstation Waterloo hieß."Denn daß die freiheitliche Entwicklung durch die NiederlageNapoleons verlor, ließ sich allerdings behaupten; hatte erdoch während der 100 Tage, sei es aus Überzeugung oderunter dem Druck der Verhältnisse, zu freiheitlichen Grund-sätzen sich bekannt, und die Reaktion der Jahre 1815—1830wäre nicht möglich gewesen, wenn er in Frankreich und Europasich behauptet hätte. Aber sicher war Peine nicht gewillt,in diesen Sätzen eine unbedingte Puldigung auszusprechen.In demselben Jahre 1854, in denselben „Vermischten Schriften",in denen das Fragment erscheinen sollte, erschien auch die„Lutezia", und darin z. B. folgende Stelle (Werke VI, S. 179):„Es ist wahr, es ist tausendmal wahr, daß Napoleon einFeind der Freiheit war, ein Despot, gekrönte Selbstsucht."Einige Zeilen später nennt er ihn den „Donnergott des Ehr-geizes". Dergleichen ließe sich manches anführen. Pättensolche Äußerungen Peines Überzeugung damals widersprochen,er hätte sie ebensogut wie einige andere beseitigen odermildern können. In Wahrheit stehen sie, wie überhaupt die„Lutezia", zu dem Fragment gar nicht in Widerspruch.
Noch weniger als mit der Überschätzung angeblicherWidersprüche kann ich mich mit der Art befreunden, wiePolzhausen sie zu entschuldigen sucht. Leser der „DeutschenLiteraturzeitung", welchen die Anzeige der Schrift von MaxKaufmann, „Peinrich Peine und die moderne Seele", Zürich1902, durch Or. Parry Mahne (Nr. 7 vom 14. Febr. 1903)erinnerlich ist, werden mit einiger Überraschung lesen, daß
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