Vorwort.
Äermann Äüffer, der Verfasser des vorliegenden Werkes, hatam 15. März 1905 sein arbeit- und erfolgreiches Gelehrtendasein be-schlossen. Er war ein Sohn der roten Erde, hatte in Münster am24. März 1839 das Licht der Welt erblickt und wuchs dort in behäbigen,für die Pflege von Geist und Kerz gleich förderlichen Verhältnissenheran. Sein Vater, ein tüchtiger Verwaltungsbeamter, war seit 1842Oberbürgermeister der Stadt; seine aus Bonn stammende geistighochstehende Mutter erweckte frühzeitig sein Interesse für Kunst undLiteratur. Der begabte Jüngling bezog 1848 die Universität Bonn,wo er sich zunächst den philologisch-historischen Disziplinen widmete,doch wandte er sich nach einiger Zeit der Rechtswissenschaft zu, unteranderm bestimmt durch die Rücksicht auf ein Augenleiden, das ihmfortan ein unwillkommner Begleiter durch das Leben bleiben sollte.Nachdem er seine Studien 1853 in Breslau durch Erwerbung desDoktorhutes abgeschlossen hatte, bestieg er schon zwei Jahre späterin Bonn als Privatdozent die akademische Lehrkanzel, von der herabzu wirken ihm von früher Jugend an als wünschenswertes Ziel er-schienen war. In Bonn rückte er dann allmählich zum außerordent-lichen und ordentlichen Professor aus, wurde Geheimrat und bewiesin dem Jahre von 1899 auf 1891 großes Geschick als Rektor der^Ima mater. Studienreisen führten ihn des öfteren ins Ausland,namentlich nach Italien und Frankreich, und in Wien, wo sich wichtigeTeile des kaiserlichen Archivs ihm als dem ersten erschlossen, ver-brachte er während einer Reihe von Iahren in strenger, hingebenderArbeit die gewinnbringenden Wochen seiner akademischen Ferien.Sein Äaus in Bonn, das durch das künstlerische Wirken seiner hoch-begabten Gattin verschönt wurde, war viele Jahre hindurch der Mittel-punkt der geistreichsten Gesellschaft.