XVII.
Keine und Napoleon*).
Seit einer Reihe von Iahren hat Wolzhausen sich zurAufgabe gemacht, die Äußerungen der öffentlichen Meinungund der Literatur über Leben und Taten, Steigen und Falldes ersten Napoleon zusammenzustellen; ein Bildnis, wie esden Zeitgenossen erschien, sollte daraus hervortreten. DieForschungen von unermüdlichem Fleiß, von umfassender Be-lesenheit zeugend, die Ergebnisse mit Lebhaftigkeit vorgetragen,haben nicht bloß in Deutschland verdiente Anerkennung ge-sunden; der Schrift „Der erste Konsul Bonaparte und seinedeutschen Besucher" Bonn 1900, widmete Albert Sorel im„Temps" eine eingehende, für Inhalt und Form gleich rühm-liche Besprechung. Als Ausfluß solcher Arbeiten und mitihnen im Zusammenhang muß auch das vorliegende Buchbetrachtet werden. Man könnte zweifeln, ob für das, wasKeine über Napoleon gedacht und geschrieben hat, ein Bandvon 390 Seiten nicht zu stark sei; aber der Kaiser wie derDichter bieten ein so unerschöpfliches Interesse, beide habenso verschiedene Arteile, haben Begeisterung und Schmähung,Liebe und Käß in solchem Maße wachgerufen, daß eine Be-trachtung, ihnen gewidmet, nicht leicht ermüdet. Das ersteKapitel „Zum Milieu und zur Vorgeschichte" behandelt die
9 Paul Kolzhausen, Äeinrich Keine und Napoleon I. Frank-furt a. M., Moritz Diesterweg, 1993. Mit vier illustrativen Beigaben.Vlll u. 292S. 8°.