X.
Ein französischer Biograph Ä. Seines*).
Seine hat seinen Stolz darein gesetzt, der Vermittlerzweier Nationen zu sein. Wieviel und wieviel Schiefes istin Deutschland über sein Verhältnis zu Frankreich geschriebenworden! Gewiß hat mancher schon gewünscht: Wenn docheinmal ein Franzose, ein Literarhistoriker, darstellte, wie seineLandsleute die Vermittlerrolle Seines aufgenommen haben!
Trotz aller durch den Krieg erzeugten Erbitterung be-schäftigt man sich in Frankreich eifrig und nicht selten ein-gehend und verständnisvoll mit deutscher Geschichte und Lite-ratur. Deutsche Klassiker erhalten Erläuterungen für denLehrgebrauch; jeder Goethe-Forscher kennt Chuquets muster-hafte Ausgabe der „Campagne in Frankreich", und „Götzvon Berlichingen" ist sogar zweimal zu gleicher Zeit vonLichtenberger und von Chuquet kommentiert. Die „kevuekistorique", wie die „ssevue critique" finden zahlreiche dank-bare Leser auch in Deutschland, und so bestimmt die Seraus-geber ihren nationalen Standpunkt festhalten, so wenig bringensie ihn in einer leidenschaftlich gehässigen Weise zur Geltung.In Erinnerung jener gründlichen Arbeiten wird mancher dasunter diesen Zeilen genannte Buch mit guten Soffnungen
*) üouis Oueros, Nrokesseur ä Is. kaculte äes lettres cie poitiers.Nenn steine et son temps 1799—1827. Paris, Firmin Didot. 1886.XI und 323 S. 8°. Eine schon in öffentlichen Blättern erwähnte„zweite Ausgabe" scheint von der ersten nur durch den Zusah aufdem Titel unterschieden.