IV.
Keine und I. V. Rousseau*).
Ich muß noch einige Worte über Johann BaptistRousseau sagen. Drei Jahre jünger als Keine — er warzu Bonn am 29. Dezember 1892 geboren — ist er dochnicht ohne Einfluß auf ihn gewesen und in der Tat nicht sounbedeutend, als ich früher glaubte. Er besaß eine nichtgewöhnliche Leichtigkeit, zu arbeiten und sich in gebundenerRede auszudrücken. Was ihm fehlte, waren Tiefe undEnergie des Gedankens und Charakters; zudem ließen ihndrückende Vermögensverhältnisse von Kindheit an nicht zuRuhe und sorgenfreier Arbeit gelangen. So hat er in einerziel- und freudenlosen Literaten-Existenz sich abgemüht undschöne Anlagen vergeudet.
Von literarischen Freunden hat in erster Jugendzeitvielleicht keiner Keine so nahe gestanden als Rousseau. Inihrem Verhältnis zeigt sich von feiten Keines nicht daskleinere Maß von Anhänglichkeit, ja, eine Vorliebe, die allen,auch den deutlich erkannten Schwächen des vielschreibendenFreundes gegenüber stand hielt. Wenn er Rousseaus Bei-trag für den „Rheinisch-Westfälischen Musenalmanach"von Raßmann 1821 oder Rousseaus eigene Gedichtsamm-lung und die „Poesien für Liebe und Freundschaft" 1823bespricht (Werke XIII, 195, 197 sVII, 173 und 218j), immer
9 Vgl. dazu Reumonts Aufsatz über die „Rheinische Flora"und Rousseau (im S. Bande der „Zeitschrift des Aachener Geschichts-vcreins", 1883).