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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
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264 Äeine auf dem Lyzeum und Gymnasium zu Düsseldorf

Auf diese oder eine naheliegende Zeit bezieht sich offen-bar ein Vorfall, den mir Kerr Frederick Keß, KerausgeberdesDuil^ Lalifornis Democrat" in San Francisco ineinem Briefe vom 17. Dezember v. I. mit ungefähr folgendenWorten mitteilt:Meine 1872 verstorbene Mutter, eine ge-borene Düsseldorferin, Katholikin, besuchte mit Keinrich Keineeine wohlrenommierte evangelische Schule in Düsseldorf, derein Kerr Könighausen als oberster Lehrer vorstand. Keinesaß neben ihr auf derselben Bank. Meine Mutter erzähltemir häufig, daß Keine mit ihr in fast gleichem Alter stand.Sie war im Juli 1797 geboren. Gelegentlich der letztenPrüfung, nach welcher sie und Keine die Schule verließen,waren auch Keines Verwandte anwesend. Keine hatte ebenrecht gute Antworten gegeben, als der Lehrer vom Kathederherabtrat und auf Keines Verwandte zueilte, denselben dieKände drückte und laut ausrief: ,Wir können in dieser Schuledem Keinrich nichts mehr lehren; der Junge hat zuviel Talent/"

Es folgte dann ein Aufenthalt in der jüdischen Privat-schule eines Kerrn Nintelsohn und endlich der Eintritt indas Düsseldorfer Gymnasium oder, wie es damals genanntwurde, Lyzeum.

Diese Anstalt hat eine lange, nicht ruhmlose Geschichte,die wohl verdiente, von der Kand ihres jetzigen Leiters Dr.Julius Asbach eingehend dargestellt zu werden. Ihre Grün-dung geht aus den Kumanisten Johann Monheim und dasJahr 1545 zurück. Es gab Jahre, in denen das Gymnasiumillustre 1799 und mehr Schüler zählte. Seit 1619 kam esallmählich unter die Leitung der Jesuiten und ging nach derAufhebung des Ordens 1773 und in den Stürmen der Re-volutionskriege mehr und mehr dem Verfall entgegen. Erstam 29. November 1895, kurz vor dem Ende der pfalz-bayerischen Regierung, gab ihm eine kurfürstliche Verord-nung eine neue Organisation und den Namen eines Lyzeums.Es läßt sich nicht sagen, daß die französische Verwaltungunter Joachim Murat (18961898), dann unter Napoleon