Der Streit über Keines Geburtsjahr. 263
in dem angeführten Artikel die von ihm bestrittene Ansichtinsofern bestätigt, als er meine Vermutung, Keine sei durchAuswanderung dem preußischen Militärdienst entzogenworden, zur Gewißheit erhebt. Denn er gibt Nachricht voneinem Paß, der 1827 in London von dem hanseatischenKonsul für Keine ausgestellt wurde, was doch, wäre Keinenicht ausgewandert, Sache des preußischen Konsuls gewesenwäre. Immer werden aber neue Gründe zur Entscheidungeiner Frage, die einmal so viele beschäftigt, nicht unwill-kommen sein. Ich glaube, sie in dem Folgenden zu finden.
Da man an so vielen Stellen: in der Kirche, in derSynagoge, auf dem Standesamt vergebens gesucht hatte,wandte man sich auch an die Schule, wo man nach jetzigenVerhältnissen in den Registern reichliche Aufklärung erwartendurfte.
Äber Keines Schulbildung fehlt es nicht an Nachrichten.Seine Studien im ABGBuch schildert er selbst in einemwenig bekannten Gedicht seines Nachlasses:
„Es war in jener Kinderzeit,
Als ich noch trug ein FlügelkleidAnd in die Kinderschule ging,
Wo ich das Abc anfing —
Ich war das einz'ge kleine BübchenIn jenem Vogelkäfigstübchen,
Ein Dutzend Mädchen allerliebstWie Vöglein haben dort gepiepst.
Gezwitschert und getiriliert.
Auch ganz erbärmlich buchstabiert;
Frau Kindermans im Lehnstuhl saß.
Die Brille auf der langen Nas' . .
And in der Kand die Birkenrut',
Womit sie schlug die kleine Brut;
Das weinend kleine arme Ding,
Das harmlos einen Fehl beging —
Es wurde von der alten FrauGeschlagen, bis es braun und blau. —
Mißhandelt und beschimpft zu werden.
Das ist des Schönen Los auf Erden/'