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Wann ist Keinrich Keine geboren?
zu dem Schlimmsten von allem, zu lüsternen Schilderungen,erniedrigt hätte.
Aber ich möchte hier auf so oft Erörtertes nicht weitereingehen und am wenigsten in den Verdacht geraten, als ver-suchte ich, der Tragikomödie des Seinedenkmals einen neuenAuftritt hinzuzufügen. Persönlich lege ich auf die Errichtungeines Seinedenkmals sehr geringen Wert. Ich wünsche nichteinmal, daß es jetzt errichtet würde. Denn ein Denkmal mußAusdruck und Anregung eines allgemeinen dankbaren Ge-denkens sein. Würde es auch nur von einer Minderheit mitLlnwillen und Ärger betrachtet, müßte man über Nacht eineVerstümmelung von der Sand der Roheit oder Leidenschaftbefürchten, so bewirkte es gerade das Gegenteil von dem,was es bewirken sollte. Ganz gleichgültig ist es dann fürden Namen des Dichters. Die immer neuen Auflagen seinerWerke, die Übersetzungen in alle europäischen und noch einigeSprachen und die kaum übersehbare Zahl von Schriften überdas, was er selbst geschrieben, haben ihm eine literarischeNuhmeshalle errichtet mit so vielen mehr oder minder ähn-lichen, travestierten oder idealisierten Standbildern, daß imVergleich damit die dreihundert Statuen des Demetrius vonPhaleron noch weit in der Minderzahl bleiben*).
Von Bedeutung ist das Denkmal nur zur Charakteristikderjenigen, die es setzen oder nicht setzen wollen. Möchtendarum die überlauten Gegner doch noch eins in Betrachtziehen. Es ist nicht bloß im gesellschaftlichen Leben, sondernfür jedes feinere Gefühl eine Regel, daß man von Personen,von denen man öffentlich oder auch nur innerlich sich völliglossagt, sich nichts schenken läßt. Diejenigen, welche Seineaus der deutschen Nation auszustoßen suchen, sollten docheinmal erwägen, welche Lücke entstehen würde, wenn manSeine alles, was Deutschland und was sie selbst ihm ver-
Die fleißige Bibliographie der Keine-Literatur in „KeinrichKeines Familienleben" von I. Rassen, Fulda 1895, S. 139—167,zählt gegen 556 Nummern auf.