Keines Ruhmestitel.
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danken, zurückstellen wollte. Den meisten auch unter ihnenmöchte es doch nicht leicht werden, von so vielen der zartesten,edelsten Blüten, die im Garten deutscher Poesie gewachsensind, sich abzuwenden. Denn sehr häufig habe ich gefunden,daß Menschen, die in ihren Ansichten über Simmel und Erdesich von Seine so weit als denkbar entfernten, mit Vorliebe,ja, nicht ohne Dankbarkeit, an dem, was er ihnen darbot, sicherfreuten, freilich auch manche, die den Gastgeber schmähten,nachdem sie die Gerichte seiner Tafel sich sehr wohl hattenmunden lassen. Ich will nicht davon reden, was die Nationeinem Schriftsteller verdankt, der in solchem Maße wie Seinedie poetische wie die prosaische Ausdrucksfähigkeit verfeinertund gesteigert hat. Aber ist es nicht auch ein Ruhm fürDeutschland, wenn ein deutscher Dichter in der Weltliteratureine Stelle einnimmt, wie sie von allen Völkern Seine zu-erkannt wird? In der Fremde wird er sogar, ähnlich wieByron, oft höher gepriesen und sicher weit weniger gescholten,als in der Seimat. Begreiflich genug; denn der Ausländerhält sich eben an das Beste, ohne die Schwächen und Fehler,die man in Deutschland mit Recht oder Anrecht aufmutzt,vorzugsweise in Betracht zu ziehen. Dabei könnte man zu-weilen bedauern, daß ganz mit Anrecht der Witz als Seinescharakteristische, alles andere überragende Eigenschaft angesehenwird. Aber man freut sich doch, daß diejenigen widerlegtwerden, die noch immer mit Voltaire spötteln möchten, wennein Deutscher scherze, sei es, als wolle ein Elefant auf demSeile tanzen. And man denke sich einmal Seines Schriftenaus dem Buche der deutschen Literatur herausgerissen, seinenEinfluß aus dem deutschen Leben entfernt, wer könnte dieaufgelösten Verbindungen wieder anknüpfen, die klaffendenLücken ausfüllen? Die musikalischen Kompositionen seinerGedichte belaufen sich, wie ich neulich las, auf mehr als3090*); erst lange nach ihm kommt Goethe, wenn ich mich
*) Karl Kessel, Dichtungen von Heinrich Heine, Bonn 1887,gibt auf Grund des großen Liederkatalogs von Challier, Berlin 188S
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