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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
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243
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Keines Brief vom l. Sept. 1822. 243

Dreck, Andere sagen, er führe mich nach dem Parnaß, wiederAndre sagen, er führe direct in die Hölle. Gleichviel, derWeg ist neu, und ich suche Abenteuer. Aber gerührt hatmich doch die Liebe, womit meine Landsleute mich aufgenommen.Wahrlich, ich bin besser behandelt, als ich es verdiene.

Die Ochs befindet sich wohl; sie ochst. Sie hat Scott'sIvanhoe längst fertig, und derselbe wird nächstens erscheinen.Mit Byron treibt sie noch immer geistig Anzucht. WasSie, lieber Keller, in Ihrem Briese über Byron sagen, istsehr schön gesagt. Aber man klopft den Rock, und desFreundes Buckel fühlt die Schläge. Arbeiten Sie noch vielam Brockhausischen Conversationsblatte? Schreiben Sie viel?Ich hätte Ihnen einen Vorschlag zu machen. Einige Wochenvor meiner Abreise von Berlin lernte ich den Or. EduardGans kennen und fand in ihm einen braven, rüstigen, jungenMann, der in jeder Hinsicht meine unbeschränkte Achtungverdient und der gewiß mehr Werth ist, als alle jene Herren,die ihn, den Mosaisten, aus christlicher Liebe gehörig an-feinden. Seine Tüchtigkeit der Gesinnung setze ich fast höherals die Gelehrsamkeit, wovon er öffentliche Beweise gegeben,und die, so viel ich das Wissen eines Menschen zu beurtheilenvermag, nicht vom gewöhnlichen Schlag ist, da Or. Gansgründliche Kenntnisse besitzt, mit scharfem Selbstdenkerblick indie Wissenschaften eindringt und überall überraschend neueund gute Ansichten zu Tage fördert. Gans hat, weil ichvielleicht wenig Blößen gegeben, eine zu günstige Meinungvon meiner Gelehrsamkeit, und machte mir den Vorschlag,mit ihm und noch einigen Anderen eine Berliner kritischeZeitschrift für Rechts- und Staatswissenschaft herauszugeben;indem er mir, bei dem fühlbaren Mangel einer wirklichenLiteratur-Zeitung in Berlin, das Gedeihen einer solchen Zeit-schrist wahrscheinlich machte, und sich erbot, für Verleger?c.zu sorgen, so daß ich bei der Sache nichts zu riskiren hätte,als einige Recensionen staatswissenschastlicher Werke. WieSie es von meiner Ehrlichkeit erwarten können, lieber Keller,

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