244 5>. Keine und Ernst Christian August Keller.
gestand ich ihm, wie wenig zu einem solchen Vorhaben meineKenntnisse hinreichend sein möchten, und ich versprach ihm,Sie, den tüchtigen Staatswissenschaftler, für dieses Anter---nehmen zu gewinnen. Ich bitte Sie daher, mir Ihre be-stimmte Gesinnung darüber zu erkennen zu geben. Im FallSie meinen Antrag, Mitherausgeber jener projectirten Zeit-schrift zu sein, genehmigen, so wünscht Gans, daß Sie nurbald melden, welche Federn Sie als Mitarbeiter der Zeitschriftzu gewinnen gedächten, und überläßt diese Bestimmung gänz-lich Ihrem Gutdünken. Er seinerseits wird Ihnen allzeigen,welche Mitarbeiter Er besorgen konnte. Ich wünschte, daßich bei meiner Zurückkunst in Berlin Ihre Antwort überdiesen Gegenstand vorfände. Adressiren Sie Ihre Antwort,an den stuck, juris K. Äeine,
Abzugeben an den Or. Eduard Gans in Berlin.
Wenn Sie unterdessen nach Berlin kämen und mit Gansselbst über meinen Antrag sprechen wollten, wär mir nochlieber. Er wohnt auf der neuen Friedrichstraße, ich glaube 48.
Meine Gesundheit ist noch immer in schlechtem Zustande;meine Reise wird mich wahrscheinlich nicht auf den Strumpfgebracht haben. — In meinem dritten Briefe aus Berlinist auf unverzeihliche Weise geschnitten worden. Schulzschreibt, es sei die Censur gewesen. Nicht allein, daß jenerBrief, die Spuren meiner krankhaften Stimmung tragend,unerquicklich ausfiel, mußte die Censurscheere noch verursachen,daß ich Ansinn sprach. — Ich werde schwerlich mehr alszwei Briefe noch schreiben. — Leben Sie recht wohl, wackererKeller, halten Sie mich lieb, und sein Sie überzeugt, daß ichmit Leib und Seele bin Ihr Freund
Ä. Äeine.