?Z4 K>. Heine und Ernst Christian August Keller.
Bitterkeit, verwickelten sie doch den Verfasser in allerlei Un-annehmlichkeiten. Der von Heine neben „Kartmann vomRhein" erwähnte Baron von Schilling nahm die Anspielungauf seine eleganten Manieren und sein kurländisches Lispeln,dazu eine mißverstandene Stelle zu Ansang des zweitenBrieses so übel auf, daß es beinahe zu einer Herausforderunggekommen wäre. Keine veröffentlichte deshalb in dem „Be-merker", der Beilage zum 85. Blatt des Berliner „Gesell-schafters" vom 29. Mai 1822, eine vom 3. Mai datierteErklärung, welche jede Absicht einer Kränkung in Abredestellte. Der Baron wurde aber dadurch nicht versöhnt, nochin späteren Iahren suchte er durch boshafte Rezensionen undParodien Keinescher Gedichte seinem Grolle Ausdruck zu geben.Andererseits bot die Schilderung der Hauptstadt auch Gelegen-heit, befreundeten Personen sich dankbar zu erweisen. Elise vonHohenhausen las gewiß mit Vergnügen die Worte, welcheHeine ihr gewidmet hatte. Die „schöne Frau", die „treff-liche Äbersetzerin" war mit ihrem Gemahl, dem FreiherrnLeopold von Hohenhausen, zwei Jahre früher aus Mindennach Berlin gekommen. In ihrem Hause eröffnete sich fürHeine ein Kreis anregender Geselligkeit, der in den folgendenBriefen vorzugsweise Erwähnung findet, wahrscheinlich weilauch Keller sich darin heimisch fühlte. Elise war die Tochterdes hessischen Generals von Ochs; darin liegt wohl der Grund,daß Heine auch den Freiherrn mit diesem für wohlfeile Scherzeso leicht sich darbietenden Namen bedenkt. Frau von Hohen-hausen beschäftigte sich damals insbesondere mit Äbersetzungenaus dem Englischen; 1822 ließ sie Walter Scotts „Ivanhoe",1825 Byrons „Kam" erscheinen. Daß sie Heine als Geistes-verwandten Byrons nannte, war dem jungen Dichter be-sonders schmeichelhaft"). Auch Eduard Gans, der Widcr-
*) Eine Schilderung ihres Kreises gaben Elise von.Hohenhausenund ihre begabte (in hohem Alter 1899 zu Berlin verstorbene) Tochterim „Magazin für die Literatur des Auslandes", I8ZZ, Nr. 84, nacheinem Besuche bei dem „kranken Dichter" in Paris.